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Erst beraten lassen, dann vorsorgen

Yvonne Holl • 28. December 2010

Foto: derateru / pixelio.de
Foto: derateru / pixelio.de

Herr von der Heide, kümmern sich die Deutschen rechtzeitig und ausreichend um ihre Altersversorgung?
Menschen, deren Rente in Sichtweite kommt, sind häufig eher bereit, sich mit ihrer Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Das können wir auch am Durchschnittsalter derjenigen sehen, die in unseren Auskunfts- und Beratungsstellen Rat zu Fragen ihrer Altersvorsorge suchen. Für junge Menschen ist die Rente dagegen häufig noch kein Thema. Wer sein erstes Geld verdient, hat oftmals anderes damit im Sinn, als es fürs Alter zu sparen. Aber auch bei jungen Menschen gibt es mehr und mehr ein Umdenken. Hierbei sollte im Übrigen auch die Absicherung des Risikos der Erwerbsminderung nicht vergessen werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Als Grundregel gilt: Je früher man mit dem Aufbau der Altersvorsorge beginnt, umso besser. Ein guter Zeitpunkt ist sicherlich der Einstieg ins Berufsleben. Aber letztlich hängt die Entscheidung natürlich von der individuellen Situation ab. Die Deutsche Rentenversicherung bietet Möglichkeiten, sich zu informieren, darunter die Veranstaltungsreihe "Altersvorsorge - Ihre Zukunft jetzt sicher planen".

An wen richtet sich das Angebot?
An alle, die den Aufbau ihrer Altersvorsorge planen.

Und wie wird es angenommen?
Der Bedarf an Informationen zu diesem Thema ist groß. Im letzten Jahr haben mehr als 100 000 Menschen unser Angebot genutzt. Viele Besucher schätzen diese Form der kostenlosen und vor allem unabhängigen Information durch die Rentenversicherung. Umfassende Informationen sind eine notwendige Entscheidungshilfe, um die eigene Altersvorsorge bedarfsgerecht planen zu können.

Welche Rolle spielt die gesetzliche Rentenversicherung beim Aufbau der Altersvorsorge?
Die gesetzliche Rente ist und bleibt weiterhin das wichtigste Element der Alterssicherung und wird auch in Zukunft den größten Anteil der Alterseinkünfte darstellen. Sie wird nach Berechnungen der Stiftung Warentest auch künftig eine positive Rendite bringen. Die Bedeutung der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge wird in Zukunft aber zunehmen.

Staatliche und betriebliche Rente, private Vorsorge, Rürup, Riester: die Möglichkeiten der Altersvorsorge wirken auf den Laien unüberschaubar. Wie soll der normale Arbeitnehmer da durchblicken?
Viele Menschen sind verunsichert angesichts des unübersichtlichen Dschungels von Angeboten der zusätzlichen Altersvorsorge. Da es zwischen den einzelnen Produkten oft große Unterschiede gibt, sind unabhängige Informationen sehr wichtig. Die gibt es bei uns, aber zum Beispiel auch bei den Verbraucherschutzverbänden.

Berufstätigen wird heute empfohlen, sich nicht auf die staatliche Rente allein zu verlassen, sondern eine ergänzende private Vorsorge für das Alter anzusparen. Sprechen sie Empfehlungen aus, wie man das anstellen soll?
Zunächst sollte man sich ein Bild verschaffen, mit welchen Leistungen man im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung und - falls vorhanden - aus der betrieblichen und privaten Vorsorge rechnen kann. Für die zu erwartenden Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist die jährlich übersandte Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung eine gute Planungsgrundlage.
Beim Aufbau einer zusätzlichen Alterssicherung neben der gesetzlichen Rente sollte man sich unabhängig beraten lassen und sich für eine Altersvorsorge entscheiden, die auf die eigenen Lebensumstände zugeschnitten ist. Insbesondere sollte man darauf achten, sich beim Aufbau der zusätzlichen Altersvorsorge nicht zu übernehmen oder gar zu verschulden. Deswegen sollte man ein Produkt wählen, welches sich flexibel auch einer sich verändernden Lebenssituation anpassen kann.

Wer früh mit dem Sparen anfängt, hat in der Regel niedrigere Beiträge. Aber Berufsanfänger und auch junge Familien haben oft kaum Geld über, um es beiseite zu legen. Haben sie Tipps?
Gerade diejenigen, die eine geringe Absicherung zu erwarten haben, müssen am ehesten zusätzlich vorsorgen. Der Gesetzgeber fördert daher den Aufbau einer zusätzlichen Absicherung im Alter, zum Beispiel die Riester-Rente. Gerade durch die staatlichen Förderungen ist die Riester-Rente für Berufsstarter und junge Familien geeignet. Geringverdiener brauchen lediglich fünf Euro im Monat zu zahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten.

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