"Einen besseren Abschluss unserer Bonhoeffer- Wochen im Labertal hätten wir uns gar nicht vorstellen können", stellten die evangelischen Geistlichen aus Rottenburg, Pfarrer Peter Nauhauser;
Pfarrer Ulrich Fritsch aus Geiselhöring und Pfarrerin Barbara Dietrich aus Abensberg übereinstimmend fest. "Das Konzert ist eine musikalische Sternstunde des Glaubens und ein Geschenk für die nun
fast ein Jahr andauernde Arbeit an diesem Projekt", so Ruth Müller und Rainer Pasta, die Sprecher des SPD-Arbeitskreises Labertal, tief bewegt.
Die Besucher kamen aus Rottenburg und den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Abensberg, Bad Abbach, Schierling, Mallersdorf, Geiselhöring, Ergolding, Landshut, Mainburg und sogar
Dingolfing - was auch ein Zeichen dafür sei, dass man mit dem Bonhoeffer Konzert und den beiden Musikern die Menschen weit über das Labertal hinaus erreicht habe. Das Konzert mit Siegfried Fietz
und Gerhard Barth war eines von der Art, die den Zuhörern noch lange im Gedächtnis - und im Herzen bleiben werden.
Egal, welches Lied er anstimmte und ob er Gitarre oder Keyboard als instrumentale Begleiter heranholte, Siegfried Fietz verstand es mit seinen
rhythmischen Liedern, seine Zuhörer aufmerksam zu machen, auf eine Welt in der Gemeinsamkeit. "Füreinander und Miteinander" war immer wieder sein Aufruf für eine Demonstration für den
Frieden, gegen Kräfte die manchmal nicht zu bändigen scheinen. Bemerkenswert war seine Einbindung der Kinder auf der Bühne mit kleinen Gesten und Einstudierung von Symbolen, die klar machten:
"Ihr gehört alle zusammen, die Faust gehört in die Tasche, die ausgestreckte Hand aber reicht man zum Friedensgruß".
Siegfried Fietz ist wohl einer der kreativsten deutschen Künstler, der es versteht, Musik zu machen, die nicht nur ins Ohr geht, sondern auch ins Herz. Mit seinen Liedern möchte er, nach eigener Aussage, Mut machen - Mut zum Glauben und vor allem auch Mut zum Leben. Begleitet wurde er von Gerhard Barth (Gitarre und Bass), mit dem er seit über 23 Jahren gemeinsam auf Tournee geht.
"Shalom, der Friede sei mit euch", mit diesem Lied eröffnete Siegfried Fietz sein Konzert und schon damit lud er die Zuhörer ein, nicht nur Zuhörer zu bleiben, sondern mitzusingen und die Musik auch durchs Herz fließen zu lassen. Die Besucher reichten sich die Hände und begrüßten sich gegenseitig.
Schon nach wenigen Minuten sang sich Fietz in die Herzen der Zuhörer und entflammte ein Feuer als Botschafter Dietrich Bonhoeffers. In seinen
weiteren Liedern beschenkte er die Zuhörer mit Texten und Gedanken des Pastors und Widerstandskämpfers, die er in Noten setzte. Als "Mann des
Glaubens und Mann der Tat und Mensch von Format", besang er Dietrich Bonhoeffer.
Hierbei durfte selbstverständlich das sicherlich bekannteste Lied von Siegfried Fietz fehlen. "Von guten Mächten wunderbar geborgen" war dann auch
der "rote Faden" durch die vertonten Bonhoeffer- Texte. Dietrich Bonhoeffer schrieb den Text zum Jahreswechsel 1944/45 im KZ wenige Wochen vor seinem Tod. Er strahlt eine Zuversicht aus,
die angesichts der Lage nicht fassbar scheint. 1970 komponierte Siegfried Fietz die wunderschöne Melodie dazu. Es gehört zu Recht zu seinen populärsten Liedern und ist im evangelischen Gesangbuch
zu finden.
Siegfried Fietz aus Greifenstein bei Limburg braucht mit seinem Begleiter Gerhard Barth keine grell leuchtenden Scheinwerfer auf der Bühne. Sie
begeistern die Zuhörer bei ihrem Konzert ganz einfach mit ihren tiefsinnigen Liedern. Dabei verstehen es die beiden Musiker zu ihrem Gesang und den gesprochenen Texten eine "angenehme
Gänsehaut" zu erzeugen: "Es tut einfach gut, diese Art von christlicher Musik zu hören" sagten viele Besucher nach dem Konzert. Während einer kurzen Pause konnten sich die Anwesenden über die
gerade erlebten Bonhoeffer- Lieder austauschen, aber auch Liedwünsche für den zweiten Teil des Konzertes äußern.
'Manchmal brauchst du einen Engel' oder 'Ich wünsche dir Zeit' sind nur einige seiner Lieder, die inzwischen nicht mehr nur allein
Kirchentagsbesuchern bekannt sein werden. Immer wieder war die Begeisterung des Liedermachers Siegfried Fietz in seinen Liedern zu spüren, welche sich durch dessen Ausstrahlung auch auf die
Zuhörer übertrug. Sie alle integrierte Siegfried Fietz auf seine ganz besondere Art mit in die
besinnlichen und nachdenklichen Lieder ein. In den letzten Jahren schrieb Siegfried Fietz immer wieder Lieder für Kinder. Eines davon ist derSong
"Ich zeige dir meine offene Hand".
Hierzu lud er die Kinder zu ihm nach vorne ein, um gemeinsam ein Friedensband zu bilden, in welches am Ende dann auch die Erwachsenen
einbezogen wurden. Auch zum Abschied stimmte Fietz das Lied "Shalom" an und lud zum Miteinander ein, in dem sich die Anwesenden die Hände auf die Schultern legten und sich zusammen im Takt
der Musik bewegend mitsangen. Anschließend trugen sich Siegfried Fietz und Gerhard Barth ins Gästebuch der Bonhoeffer- Wochen ein und noch lange stöberten die Besucher in den dargebotenen Werken
der Künstler.







