In absoluten Zahlen ausgedrückt: Bis zum Jahr 2025 ist ein Rückgang der Elterngeneration zwischen 22 und 35 Jahren um 1,15 Millionen zu befürchten. Selbst mit einem leichten Anstieg der
Geburtenrate wäre dieser Schwund nicht auszugleichen, ist die Stiftung überzeugt.
Der Rückgang der Elterngeneration geht zurück auf die niedrige Geburtenrate in den letzten Jahrzehnten, aber auch auf die sogenannte Bildungswanderung junger Menschen von den ländlichen
Regionen in die Städte. Dementsprechend düster sieht es für die ländlichen Gebiete aus. Die jetzt dort ausfallenden Geburten und die fortschreitende Bildungsabwanderung dürften nach dem Jahr 2025
zu einem weiteren starken Rückgang der Elternjahrgänge im ländlichen Raum führen - und sich damit der Bevölkerungsschwund und die Überalterung in diesen Regionen verschärfen. Etliche weiße
Flecken und damit einen Anteil der Elterngeneration an der Gesamtbevölkerung unter 11 Prozent weist die Stiftung hier für das Jahr 2025 auf einer entsprechenden Landkarte aus.
Lebensumfeld auf dem Land für Eltern attraktiver machen
Vor dem Hintergrund dieser finsteren Prognosen für die ländlichen Regionen appellierte Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, an die betroffenen Gemeinden, gerade
junge Menschen zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen. Andernfalls würden dort Bevölkerungsrückgang und Alterung noch schneller voranschreiten. Den Hochrechnungen zufolge werden im Landkreis
Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2025 gerade einmal 4,4 Geburten auf 1.000 Einwohner entfallen, in München dagegen werden es im Schnitt 10,7 Neugeborene auf 1.000 Einwohner
sein.
Mohn empfiehlt den Gemeinden deshalb, das Lebensumfeld der Menschen in ländlichen Regionen attraktiver zu machen und das Arbeitsangebot, die Bildungsinfrastruktur sowie die Verkehrsverbindungen zu verbessern. Und ein weiteres Phänomen wird den Bevölkerungsrückgang verschärfen: Nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung bekommen Frauen in Deutschland ihre Kinder immer später.
So stieg hier das durchschnittliche Geburtsalter zwischen 2002 und 2006 bundesweit von 29,8 auf 30,1 Jahre an. Die höchsten Werte erzielten Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen: In
diesen Bundesländern lag das Durchschnittsalter der Mütter bei den Geburten im Jahr 2006 zwischen 30,6 und 31,0 Jahren. In den fünf östlichen Bundesländern betrug es nur 28,6 Jahre, fast 2 Jahre
weniger als im Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer (30,4 Jahre). Doch auch im Osten war eine Erhöhung des Geburtsalters gegenüber 2002 um 0,3 Jahre zu verzeichnen. Am niedrigsten lag im
Jahr 2006 das Geburtsalter in Sachsen-Anhalt (28,1 Jahre) und Mecklenburg-Vorpommern (28,2 Jahre).







