Artikel (Archiv) > Den ländlichen Gebieten gehen die Eltern aus

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Bevölkerungsrückgang

Den ländlichen Gebieten gehen die Eltern aus

Nathalie Sopacua • 22. November 2010

Deutschland gehen die Eltern aus. Foto: Gerd Altmann/pixelio
Deutschland gehen die Eltern aus. Foto: Gerd Altmann/pixelio

In absoluten Zahlen ausgedrückt: Bis zum Jahr 2025 ist ein Rückgang der Elterngeneration zwischen 22 und 35 Jahren um 1,15 Millionen zu befürchten. Selbst mit einem leichten Anstieg der Geburtenrate wäre dieser Schwund nicht auszugleichen, ist die Stiftung überzeugt.

Der Rückgang der Elterngeneration geht zurück auf die niedrige Geburtenrate in den letzten Jahrzehnten, aber auch auf die sogenannte Bildungswanderung junger Menschen von den ländlichen Regionen in die Städte. Dementsprechend düster sieht es für die ländlichen Gebiete aus. Die jetzt dort ausfallenden Geburten und die fortschreitende Bildungsabwanderung dürften nach dem Jahr 2025 zu einem weiteren starken Rückgang der Elternjahrgänge im ländlichen Raum führen - und sich damit der Bevölkerungsschwund und die Überalterung in diesen Regionen verschärfen. Etliche weiße Flecken und damit einen Anteil der Elterngeneration an der Gesamtbevölkerung unter 11 Prozent weist die Stiftung hier für das Jahr 2025 auf einer entsprechenden Landkarte aus.

Lebensumfeld auf dem Land für Eltern attraktiver machen
Vor dem Hintergrund dieser finsteren Prognosen für die ländlichen Regionen appellierte Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, an die betroffenen Gemeinden, gerade junge Menschen zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen. Andernfalls würden dort Bevölkerungsrückgang und Alterung noch schneller voranschreiten. Den Hochrechnungen zufolge werden im Landkreis Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2025 gerade einmal 4,4 Geburten auf 1.000 Einwohner entfallen, in München dagegen werden es im Schnitt 10,7 Neugeborene auf 1.000 Einwohner sein.

Mohn empfiehlt den Gemeinden deshalb, das Lebensumfeld der Menschen in ländlichen Regionen attraktiver zu machen und das Arbeitsangebot, die Bildungsinfrastruktur sowie die Verkehrsverbindungen zu verbessern. Und ein weiteres Phänomen wird den Bevölkerungsrückgang verschärfen: Nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung bekommen Frauen in Deutschland ihre Kinder immer später.

So stieg hier das durchschnittliche Geburtsalter zwischen 2002 und 2006 bundesweit von 29,8 auf 30,1 Jahre an. Die höchsten Werte erzielten Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen: In diesen Bundesländern lag das Durchschnittsalter der Mütter bei den Geburten im Jahr 2006 zwischen 30,6 und 31,0 Jahren. In den fünf östlichen Bundesländern betrug es nur 28,6 Jahre, fast 2 Jahre weniger als im Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer (30,4 Jahre). Doch auch im Osten war eine Erhöhung des Geburtsalters gegenüber 2002 um 0,3 Jahre zu verzeichnen. Am niedrigsten lag im Jahr 2006 das Geburtsalter in Sachsen-Anhalt (28,1 Jahre) und Mecklenburg-Vorpommern (28,2 Jahre).

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Econ Verlag

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Icon Rezension; Alexander Dill: „Gemeinsam sind wir reich"

Mehr Sozialkapital

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

 „Genug der Farce“, sagt sich Monsieur Demanet.

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt

Icon Film der Woche: Ufo In Her Eyes

„Ein ideologischer Schrottplatz“