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Schröder: Bush lügt

Lars Haferkamp • 10. November 2010

Schröder stellt klar (hier auf dem vorwärts-Fest), Foto: Dirk Bleicker
Schröder stellt klar (hier auf dem vorwärts-Fest), Foto: Dirk Bleicker

Dass George W. Bush es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist mittlerweile in aller Welt bekannt. Seine Behauptungen, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen oder die USA folterten nicht, haben sich inzwischen als Lügen erwiesen. Doch nun setzt Bush noch eins drauf. In seiner neuen Autobiographie wirft er Alt-Kanzler Gerhard Schröder vor, ihm bei einem Treffen im Weißen Haus am 31. Januar 2002 die volle Unterstützung für den Irak-Krieg zugesagt zu haben. Bush verweist auf eine Äußerung Schröders: "Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig. Nationen, die den Terrorismus unterstützen, müssen mit Konsequenzen rechnen. Wenn Sie es schnell und entschieden erledigen, bin ich mit Ihnen." Bush weiter: "Dies habe ich als Erklärung der Unterstützung aufgenommen." Vor den Bundestagswahlen habe Schröder dann seine Position geändert und den Irak-Krieg abgelehnt.

Schröder: Es ging Bush nicht um den Kampf gegen den Terror
Der Alt-Kanzler weist die Vorwürfe Bushs klar zurück: "Der frühere Präsident sagt nicht die Wahrheit." Bei dem Gespräch am 31. Januar 2002 sei es um den Kampf gegen den Terrorismus gegangen, nicht um einen Regime-Wechsel im Irak. "Wie auch bei meinen späteren Treffen mit dem US-Präsidenten habe ich damals deutlich gemacht, dass Deutschland, sollte sich der Irak wie zuvor Afghanistan tatsächlich als Schutzraum und Zufluchtsort für Al-Qaida-Kämpfer erweisen, zuverlässig an der Seite der USA stehen würde," so Schröder. "Dieser Begründungszusammenhang war jedoch, wie sich im Laufe des Jahres 2002 herausstellte, falsch und konstruiert."

Bushs Behauptungen sind klar widerlegt
Die Fakten geben Schröder recht. Die USA konnten auch nach der Invasion keine Verbindung zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk Al-Qaida nachweisen. Tatsächlich kam Unterstützung für Al-Qaida dagegen vor allem aus Saudi-Arabien - mit dem die USA allerdings bis heute eng verbündet sind. Ebenso entpuppte sich die von Bush nachgelieferte Begründung, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen, als falsch. Genauso falsch wie seine Beteuerungen, die USA folterten nicht. Bush räumt die von den USA angewandten Foltermethoden zwar inzwischen ein, behauptet aber weiter, sie seien keine Folter.

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