Anmelden musste sich vorher niemand, einen Ablaufplan gab es nicht: Als das erste
BarCamp Frauen am Samstagmorgen in der Berliner "Kalkscheune" begann, wusste noch niemand, was auf ihn zukommt. "Heute gibt es keine Zuschauer,
sondern nur Teilnehmer", begrüßte so auch SPD-Bundesgeschäftsführerin Astrid Klug die zahlreichen Frauen und einige Männer, die der Einladung der
Sozialdemokraten, der
IG-Metall-Jugend, des
Freitag, des
Blogs "Mädchenmannschaft" sowie des vorwärts gefolgt waren.
Und sie ließen sich nicht lange bitten. Mit zahlreichen Themenvorschlägen füllten sie das BarCamp schnell mit Leben. Ob Pornografie, Prostitution oder Rollenbilder - für die verschiedensten
Themen fanden sich schnell Diskussionsgruppen zusammen. Doch wie sehr bei der Themenfindung Einigkeit herrschte, so engagiert wurde über einzelne Thesen diskutiert. "So wie in Pornos benehmen
sich Frauen im wirklichen Leben nicht", war sich etwa eine Teilnehmerin des Pornografie-Panels sicher - und erntete teilweise erbitterten Widerspruch.
Mit Kindern Organisation lernen
Ähnlich kontrovers ging es eine Tür weiter bei der Frage zu, ob frau Kind und Ehrenamt miteinander vereinbaren kann. Während eine Fraktion davon überzeugt war, dass sie sich mit Nachwuchs
nicht mehr politisch engagieren kann, sind Kinder für die andere erst der Katalysator: "Mit Kindern lernt man nämlich Organisation."
Zeit also, die Frauen zu fragen: "Was wollt Ihr eigentlich?" Klar, dass der Panel-Vorschlag von einem Mann kam, doch was patzig klingt, wurde zu einer Frage, die nicht ohne weiteres
beantwortet werden konnte. Teilzeitarbeit etwa klingt für viele Frauen mit Kindern zunächst verführerisch, doch birgt sie beim näheren Hinsehen viele Fallen. "Führungskraft in Teilzeit kann nur
jemand sein, der gut delegieren kann." Zudem sei sie in der Arbeitswelt nicht als vollwertig anerkannt.
Modebewusste Feministinnen - ein Widerspruch?
Und auch der vermeintlich einfache Bereich Mode hat seine Tücken. Die Frage etwa "Kann ich Feministin sein und gleichzeitig Wert auf Mode legen?" wurde von den Teilnehmerinnen des BarCamps
höchst unterschiedlich beantwortet.
Und so blieben nach acht Stunden angeregter Diskussionen zwar viele offene Fragen, doch ergaben sich noch mehr Anregungen, über die weiter diskutiert werden kann. Einziges Manko dieser
offenen Art des Austauschs aus Sicht einiger Teilnehmerinnen: "Wir sind bei einigen etwas speziellen Themen schnell an die Grenzen unseres Fachwissens gestoßen."






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