Während Bundeskanzlerin Angela Merkel christliche Fundamentalisten im Kanzleramt empfängt und hinterher erklärt, sie nehme die Evangelikalen in Deutschland als besonders "intensiv evangelische
Christen" war, warnt ihr Amtsvorgänger genau davor. Religiöse Fundamentalisten, die sich für "erleuchtet" halten, seien für Argumente nicht mehr zugänglich, erklärte Alt-Kanzler Gerhard Schröder
bei einem Besuch der privaten Universität Bucerius Law School in Hamburg. Damit seien sie eine Bedrohung für die Demokratie. Schröder nannte als Beispiel christlich fundamentalistische Gruppen in
den USA, wie etwa die "Tea-Party-Bewegung". Es sei nicht ausgeschlossen, das diese Bewegung auch in Deutschland Fuß fasse.
Schröder berichtete von seinen Erfahrungen mit dem früheren US-Präsidenten George W. Bush, der sich selbst als "wiedergeborenen Christen" bezeichnete. Dessen Begründung von politischen
Entscheidungen durch ein religiöses Erlebnis sei gefährlich, so Schröder. Wenn Bush erklärt habe, eine Entscheidung im Gebet erfahren zu haben, sei eine politische Diskussion nicht mehr möglich
gewesen.
Auch der frühere russische Präsident Wladimir Putin sei sehr religiös gewesen und habe die russisch-orthodoxe Kirche gefördert. Allerdings habe Putin politische Entscheidungen nie religiös
begründet. Zu seinen eigenen religiösen Überzeugungen wollte sich der Alt-Kanzler öffentlich nicht äußern.
In der SPD wird zur Zeit versucht, einen offiziellen Arbeitskreis Soziale und demokratische LaizistInnen zu gründen. Einem solchen Antrag muss der Parteivorstand zustimmen. Die Laizisten
plädieren für eine klare Trennung von Staat und Kirche und für die weltanschauliche Neutralität des Staates. An der Spitze der sozialdemokratischen Bewegung stehen die SPD-Bundestagsabgeordneten
Doris Barnett, Mitglied im Fraktionsvorstand, und Rolf Schwanitz, früher Staatsminister im Bundeskanzleramt. Weitere Informationen unter:
www.laizistische-sozis.de
Quellen: EPD, welt.de, evangelisch.de, kath.net







