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Icon   SPD in tiefer Trauer um Hermann Scheer

Ein politischer Visionär

Redaktion Redaktion • 15. October 2010

www.hermannscheer.de
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Die SPD trauert um Hermann Scheer. Der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V. und Vorsitzende des World Council for Renewable Energy (WCRE), Träger des Alternativen Nobelpreises, Abgeordneter des Deutschen Bundestags, ist am 14. Oktober 2010 in Berlin gestorben.

"Hero of The Green Century"

Der Vorsitzende der hessischen SPD Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Scheers konzeptionelle Kraft. "Als einer der Väter des Erneuerbaren Energiengesetzes hat er der Energiewende zum Durchbruch verholfen und dabei ökologische Vernunft und wirtschaftlichen Erfolg gleichsam verwirklicht." Der Alternative Nobelpreis und die Würdigung als "Hero of The Green Century" durch das "Time Magazin" belegten nachdrücklich seine Bedeutung, die weit über Deutschland und Europa hinausgereicht habe.

"Energethischer Imperativ"
SPD-Chef Sigmar Gabriel würdigte den politischen Visionär: "Die Verleihung des Alternativen Nobelpreises zeigte auch, welch große internationale Beachtung seine Kompetenz und sein hellsichtiges Wirken für die Energiewende fand - manchmal mehr als im eigenen Land. Oft wirkte Hermann Scheer wie ein David, der gegen die Goliaths dieser Welt kämpfte: gegen ignorante Ablehnung der Energiewende in der Wirtschaft, aber auch in der Politik. Seine Lebensphilosophie war, dass der Text ohne Bedeutung ist, wenn alle einstimmig singen. Das hinderte ihn nicht an Parteisolidarität - aber schützte ihn stets vor Konformismus."

"Seiner Zeit voraus"
Für Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, war Hermann Scheer ein leidenschaftlicher Anwalt der Zukunft. "Die Gründung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) war die Verwirklichung eines Lebenstraumes. Hermann Scheer war ein großartiger Gesprächspartner, ein kluger Mahner, ein kühner Visionär."

"Ein politischer Generalist"
Der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, sagte: "Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion überzeugte er viele von seinen umweltpolitischen Zielen. Aber auch bei anderen Themen mischte er sich mit viel Engagement und Sachverstand ein. Scheer war ein politischer Generalist, der zu vielen politischen Fragestellungen Stellung bezog und schon in jungen Jahren als Buchautor hervortrat."

Dietmar Schütz, Präsident vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. erklärte: "Er hat andere mit seiner Begeisterung anstecken können und hinterlässt auch als einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ein politisches Lebenswerk, das eine bleibende Veränderung bedeutet. Dass heute in Deutschland und in vielen Ländern der Welt Tag für Tag mehr Erneuerbare Energien eingesetzt werden, ist zu einem großen Teil Hermann Scheers Verdienst. Vor ihm verneigen wir uns heute in Dankbarkeit und tiefer Trauer."

Der Vorstand der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion (PL) betonte: Über den Umweltbereich hinaus hat er damit feste Orientierungspunkte gesetzt auch in der Sicherheits- und Asyl-politik, durch sein Engagement zur Bundesbahn zum Widerstand gegen neoliberalen Privatisierungswahn gemahnt und mit seinem Einsatz in Baden-Württemberg, zuletzt im Zusammenhang mit dem Projekt "Stuttgart 21", zu bürgerschaftlichem Engagement ermutigt und den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft gesucht."

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