Die SPD trauert um Hermann Scheer. Der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien
EUROSOLAR e.V. und Vorsitzende des
World Council for Renewable Energy (WCRE), Träger des Alternativen Nobelpreises, Abgeordneter des Deutschen Bundestags, ist am 14. Oktober 2010
in Berlin gestorben.
"Hero of The Green Century"
Der Vorsitzende der
hessischen SPD Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Scheers konzeptionelle Kraft. "Als einer der Väter des Erneuerbaren Energiengesetzes hat er der Energiewende zum
Durchbruch verholfen und dabei ökologische Vernunft und wirtschaftlichen Erfolg gleichsam verwirklicht." Der Alternative Nobelpreis und die Würdigung als "Hero of The Green Century" durch das
"Time Magazin" belegten nachdrücklich seine Bedeutung, die weit über Deutschland und Europa hinausgereicht habe.
"Energethischer Imperativ"
SPD-Chef Sigmar Gabriel würdigte den politischen Visionär: "Die Verleihung des Alternativen Nobelpreises zeigte auch, welch große internationale Beachtung seine
Kompetenz und sein hellsichtiges Wirken für die Energiewende fand - manchmal mehr als im eigenen Land. Oft wirkte Hermann Scheer wie ein David, der gegen die Goliaths dieser Welt kämpfte: gegen
ignorante Ablehnung der Energiewende in der Wirtschaft, aber auch in der Politik. Seine Lebensphilosophie war, dass der Text ohne Bedeutung ist, wenn alle einstimmig singen. Das hinderte ihn
nicht an Parteisolidarität - aber schützte ihn stets vor Konformismus."
"Seiner Zeit voraus"
Für
Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, war Hermann Scheer ein leidenschaftlicher Anwalt der
Zukunft. "Die Gründung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) war die Verwirklichung eines Lebenstraumes. Hermann Scheer war ein großartiger Gesprächspartner, ein kluger
Mahner, ein kühner Visionär."
"Ein politischer Generalist"
Der Vizevorsitzende der
SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, sagte: "Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion überzeugte er viele von seinen
umweltpolitischen Zielen. Aber auch bei anderen Themen mischte er sich mit viel Engagement und Sachverstand ein. Scheer war ein politischer Generalist, der zu vielen politischen Fragestellungen
Stellung bezog und schon in jungen Jahren als Buchautor hervortrat."
Dietmar Schütz, Präsident vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. erklärte: "Er hat andere mit seiner Begeisterung anstecken können und hinterlässt auch als
einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ein politisches Lebenswerk, das eine bleibende Veränderung bedeutet. Dass heute in Deutschland und in vielen Ländern der Welt Tag für Tag mehr
Erneuerbare Energien eingesetzt werden, ist zu einem großen Teil Hermann Scheers Verdienst. Vor ihm verneigen wir uns heute in Dankbarkeit und tiefer Trauer."
Der Vorstand der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion (PL) betonte: Über den Umweltbereich hinaus hat er damit feste Orientierungspunkte gesetzt auch in der Sicherheits- und Asyl-politik, durch sein Engagement zur Bundesbahn zum Widerstand gegen neoliberalen Privatisierungswahn gemahnt und mit seinem Einsatz in Baden-Württemberg, zuletzt im Zusammenhang mit dem Projekt "Stuttgart 21", zu bürgerschaftlichem Engagement ermutigt und den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft gesucht."







