"Es geht um Respekt, den Glauben an sich selber. Ein Mensch, der an sich selbst glaubt, hat keine Lust, sich ständig zu betrinken und ist in der Lage, auch ohne Alkohol mit seinen Problemen fertig zu werden", sagt der Rapper Bickmack (bürgerlich: Mario Pavelka), der gemeinsam mit seinem Kollegen Akte One das Projekt "HipHop gegen Komasaufen" federführend leiten wird.
Texte werden selbst geschrieben
Das Ziel des Projekts
"Hip Hop gegen Komasaufen": "Schülern Alternativen zu Alkoholmissbrauch und
Gewalt aufzeigen." Zwei Schulen aus sogenannten "Problembezirken", die
Max-Planck-Realschule in Köln-Porz und die
Röntgen-Oberschule Berlin-Neukölln, werden in einem "Schoolbattle" am 22.02.2011 in Berlin gegeneinander antreten. Rappend und tanzend sollen
die Jugendlichen zuvor erlernen, "sich über die Jugendkultur HipHop auszudrücken." Die Texte zum Thema Alkoholmissbrauch müssen von den jungen Menschen selbst geschrieben werden. "Wir bringen den
Jungs und Mädels erst mal bei, dass das, was sie machen, ein hartes Ziel ist. Nach diesen 6 Monaten intensiver Arbeit werden sie merken, was sie erreicht haben. Und das ganz ohne Alkohol", so
Bickmack.
Vor zwei Jahren hat Bickmack seine Leidenschaft HipHop zum Beruf gemacht. Er entwickelte das
"Schoolbattle", einen Wettstreit zwischen zwei Schulen in den Disziplinen Rap und Tanz. Dieses Konzept wird auch in diesem Jahr beibehalten und in die
Initiative "HipHop gegen Komasaufen" integriert.
Was die Arbeit mit Bickmack bewirken kann, zeigt das Beispiel der Tänzerin Nathalie: "Das Projekt hat mir sehr viel Selbstbewusstsein gebracht. Durch die neuen Leute, das Vertrauensgefühl,
die Erfahrungen und die Gemeinschaft." Sie habe jetzt keine Angst mehr, sich anzupassen, sich als Deutsche zu fühlen und in die Gesellschaft zu integrieren. Ihr werde nun auch Respekt und
Toleranz entgegengebracht. Und vor allem habe sie ein festes Ziel vor Augen: "Ich mache jetzt mein Fachabitur im sozialen Bereich und Gesundheitswesen. Später möchte ich dann für Bickmack
arbeiten, als Sozialpädagogin."
Alkoholkonsum Teil des Erwachsenwerdens
Dass etwas gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen getan werden muss, fordert die
Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherrin des Projekts Mechthild Dyckmans: "Das
Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Für viele Jugendliche ist der Alkoholkonsum inzwischen ein Teil des Erwachsenwerdens. In der Vergangenheit
ging dieser Weg aber wesentlich seltener über die Notaufnahme der Krankenhäuser als heute."
In den letzten Jahren sei laut Dyckmans zu beobachten, dass der Alkoholkonsum unter Jugendlichen immer weiter abnimmt, gleichzeitig aber eine Gruppe sichtbar wird, die sich zum gemeinsamen
Trinken, zum Rauschtrinken verabredet. "Diese Gruppe der exzessiv Trinkenden ist in den letzten Jahren nicht kleiner geworden", so Dyckmans.
Deshalb will die Drogenbeauftragte Dyckmans neue Wege gehen, um den riskanten und gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum zu verhindern oder zumindest zu reduzieren. Kinder und Jugendliche
müssten, so Dyckmans, über den Alkoholkonsum aufgeklärt werden. Prävention sei in dieser Lebensphase daher besonders wichtig. Sie müsse gut gemacht sein, wenn sie wirken soll. "Jugendliche lernen
Respekt und Toleranz gegenüber anderen und wie sie ihre Konflikte auch ohne Alkohol lösen können."
Das Video "Genug ist genug":
Am
"Schoolbattle" nehmen pro Schule 70-80 Schüler teil. Für die Siegerschule ist ein Preisgeld von 1000 Euro ausgelobt worden. Über die Verwendung des Geldes können die Schüler
selbst entscheiden. Die Jury, die den Sieger ermitteln wird, ist besetzt mit fünf Mitgliedern aus Medien und Politik.
Weitere Informationen:
Verband der privaten Krankenversicherung e.V. u.a. mit dem Video "Genug ist genug"
Guerilla Tactics Entertainment - Genug ist genug
Projekt "Hip Hop
gegen Komasaufen"
Guerilla Tactics Entertainment







