Seiner Partei schwebe vor, in den kommenden zwei Jahren zusätzlich 200.000 Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Die Einrichtung derartiger Angebote soll nach den Vorschlägen des
SPD-Präsidiums im Berliner Willy-Brandt-Haus aber jeweils nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Gewerkschaften und Kammern erfolgen.
Widerspruch
Der Erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft Metall in Hamm, Udo Oberdick, bezeichnete diese Garantie bei der Veranstaltung des Lippstädter SPD-Ortsvereins als eine Maßnahme, "um
keine regulären Arbeitsplätze zu vernichten und ebenso wenig in den fairen Wettbewerb von Unternehmen um kommunale Aufträge einzugreifen". Zudem müsse die Lohnhöhe sozialversicherungspflichtig
und die Annahme derartiger Beschäftigungsangebote freiwillig sein. Zugleich begrüßte der Metaller die Ankündigung der Bundes-SPD, über die Ausgestaltung eines solchen Ansatzes mit den
Gewerkschaften, Unternehmerverbänden, Trägern der Wohlfahrtspflege und kommunalen Spitzenverbänden eine gründliche Debatte zu führen.
Für den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Hans Zaremba, so im Gespräch mit "Lippstadt am Sonntag", greift die Idee des "sozialen Arbeitsmarktes" auch den schreienden Widerspruch auf, dass zum Teil
Millionen und selbst qualifizierte Menschen arbeitslos sind, gleichzeitig aber wichtige gesellschaftliche Bedürfnisse nicht erfüllt werden können. Wichtig wäre es nach Auffassung des
Kommunalpolitikers, der auch sozialpolitischer Sprecher der SPD im Stadtrat ist, gemeinwohlorientierte Unternehmen in einen "sozialen Arbeitsmarkt" mit einzubeziehen, die sich bereits in der
Integrationsarbeit engagierten.
Chance
"Dafür bestehen in Lippstadt mit der INI-Gruppe optimale Möglichkeiten", sieht der Sozialdemokrat in dem im Wohnpark Süd beheimaten Firmen-Verbund eine denkbare Einrichtung, für diejenigen
Beschäftigungen zu schaffen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum noch Anstellungen finden würden. "Immer wieder davon zu sprechen, dass durch solche Angebote keine regulären Arbeitsplätze
entstehen können, ist falsch", wehrte Hans Zaremba im Gespräch mit "Lippstadt am Sonntag" die ihm auch aus Lippstadt bekannten Einwände gegen öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse ab.
"Schon heute gibt es auch in unserer Stadt Integrationsunternehmen, die ihr Augenmerk auf die Teilhabe von behinderten Menschen gelegt und deren Marktteilnahme keine negativen wirtschaftlichen
Folgen nach sich gezogen haben." In ähnlicher Weise könnte man in der Region auch einen "sozialen Arbeitsmarkt" aufbauen.
Lippstadt bietet optimale Möglichkeiten. Dies meint der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hans Zaremba (links) zu den Chancen eines sozialen Arbeitsmarktes in der Region. Mit im Bild von links
nach rechts der Metallgewerkschaftler Udo Oberdick (Hamm) und der SPD-Politiker Wolfgang Hellmich (Bad Sassendorf).







