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Rettungsplan für die Union

Uwe-Karsten Heye • 10. June 2010

Foto: Anni_/www.flickr.com/photos/17251390@N00/2873527714 cc-by-nc-nd/2.0
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Damit steht einer auf der Matte, der Wulff wie einen Pausenclown dastehen lässt. Das Publikum reibt sich verwundert die Augen. Sofort wurde klar, wer der Mann der Stunde ist und wer die Kraft, die Ausstrahlung und Würde mitbringt, um in schwierigen Zeiten unser Land nach innen und außen zu repräsentieren. Allein diese Nominierung bringt die Polit-Schiffsschaukel dieser Koalition in rasanten Schwung. Wie groß die Fliehkräfte werden, wird man in Kürze sehen. Da kann noch mancher über Bord gehen.

Derzeit können wir die Kanzlerin, meinethalben auch voller Mitleid - sie hat ja wirklich viel um die Ohren zur Zeit - im Würgegriff der Liberalen sehen. Denn denen hat die Nominierung von Gauck so eingeleuchtet, dass sich dort mancher mit dem Gedanken trägt, ihm am 30 Juni in der Bundesversammlung seine Stimme zu geben. Käme das so und würde es reichen, wäre es das Ende für die Kanzlerin und womöglich würde obendrein die Liebesheirat wegen totaler Zerrüttung geschieden.

Sie könnte diesem denkbaren Desaster entgehen. Würde Wulff unter den Bedingungen der FDP-Putschisten gewählt, geriete die Union endgültig auf den Weg in die klirrende soziale Kälte. Nach der Devise: Entweder ihr schont unsere besser verdienende Klientel, einschließlich der Verursacher der Wirtschafts- und Finanzkrise, oder wir wählen euren Wulff nicht. Diese unter der Knute der FDP gezähmte Union würde ihrem politischen Absturz nicht entgehen. Hier kann nur einer helfen: Christian Wulff.

Stellen wir uns nur einmal ganz kurz vor, Wulff würde die Größe aufbringen, zugunsten des viel besseren Kandidaten Joachim Gauck seine Kandidatur zurückzuziehen. Damit wäre - neben dem Wunder, das zu bestaunen wäre - ein Held aus Hannover geboren, der ziemlich unfehlbar der nächste CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union wäre. Leider würde Mutti dabei ihren Job an der Spitze der CDU verlieren. Also müsste auch sie Größe zeigen. Wulff hätte ihr - natürlich absolut gegen seinen Willen - politisches Ende bereitet, das sie mit seiner Kandidatur doch gerade verlängern wollte. Pech gehabt.

Mal sehen, ob ich diesen Rat nicht an den Bundestagspräsidenten Lammert weiter geben kann. Er ist der Meinung, dass der "große Wurf", das "sozial Ausgewogene" und "geradezu historische" Machwerk, das den Haushalt dauerhaft sanieren soll und gleichzeitig so liebevoll mit den Reichen und Superreichen umgeht, vielleicht doch noch nicht das letzte Wort sein kann. Ob er den Wulff überreden könnte? Allein käme der mit an Sicherheit grenzender Gewissheit nie auf die Idee, auch künftig nur als Tourist aus Hannover vor dem schönen Schloss in Berlin zu stehen und die Umzugskartons daheim weiter im Keller zu lassen. Obwohl ihm das eine belle Vue auf eine große Zukunft geben könnte.

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