"Wer in einem Papier PISA und die OECD zitiert, muss doch auf dem Schirm haben, dass das
deutsche Schulwesen stark nach sozialer Herkunft auswählt. Die beste Möglichkeit, dies zu
verhindern, ist ein für alle verbindliches längeres gemeinsames Lernen, wie es unter
anderem die OECD empfiehlt. Dass die CDU in punkto Bildung allerdings verstockt und
uneinsichtig ist, bremst die Arbeit des Konvents schon länger", so Andrej Stephan weiter.
Ein auf Freiwilligkeit basierendes längeres gemeinsames Lernen, wie es der Beschluss des
Bildungskonvents intendiert, lehnen die Jusos Sachsen-Anhalt ab. "Der Beschluss ist so
schwammig formuliert, dass keine Seite in der Diskussion um die Abschaffung des unsozialen
dreigliedrigen Schulsystems ihr Gesicht verliert. Er ändert aber am Status quo in der
Diskussion überhaupt nichts. Grundlegende Missstände im System werden damit nicht
geändert, es werden nur neue Probleme geschaffen", so Patrick Wanzek, Koordinator des
Juso-Landesarbeitskreises Bildung und Soziales.
Empfehlungen zur Verbesserung des Bildungswesens
Die Jusos Sachsen-Anhalt hatten auf ihrer letzten Landesdelegiertenkonferenz im Herbst
2009 ein umfangreichen Empfehlungskatalog zur Verbesserung des Bildungswesens in
Sachsen-Anhalt beschlossen (Dokument anbei). Darin fordern sie unter anderem ein
gemeinsames Lernen bis mindestens zur 7. Klassenstufe, die Abschaffung des
Hauptschulbildungsganges und des Förderschulwesens, die flächendeckende Einführung der
Ganztagsschule sowie die Optimierung demokratischer Strukturen an den Schulen.







