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Zwischen Maultierwagen und Straßenbahn

André Weikard • 26. April 2010

Sehzade Moschee in Istanbul Foto: pixelio.de/H.J. Spengemann
Sehzade Moschee in Istanbul Foto: pixelio.de/H.J. Spengemann

140 Bilder von sieben türkischen Fotografen zeigen ein Istanbul zwischen Tradition und Moderne, zwischen Maultierwagen und Straßenbahn. Ganz richtig heißt die Ausstellung dann auch "Istanbul. Aufbruch einer Stadt". Eine Serie, die im Atrium des Willy-Brandt-Hauses ausgestellt ist, ist allein den Moscheen der Stadt gewidmet. 4000 dieser Kuppelbauten gibt es. Mintgrün oder orange sind sie, mit prunkvollen Kronleuchtern ausgestattet oder mit unverputztem Mauerwerk, dämmrig oder lichtdurchflutet. Es gibt nicht nur eine islamische Architektur und nicht nur einen Islam, so die Botschaft der abfotografierten Architektur.

Melonen und Minarette

Im ersten Stock bekommen wir dann zu sehen, was wir erwartet haben - und was nicht. Angler auf der Bosporus-Brücke, Gemüsehändler vor ihren Tischen voller Wassermelonen, alte Männer in kleinen Bötchen, Straßenhunde, Graffiti, Rundbögen und Minarette. Keiner der Fotografen konnte zur Ausstellungseröffnung am 23. April in Berlin sein. Schuld war die Asche-Wolke über Europa. Stattdessen sprach Astrid Klug, Bundesgeschäftsführerin der SPD. Sie forderte eine Kultur der Anerkennung und der Wertschätzung fremden Kulturen gegenüber. Wertschätzen könne man aber nur, was man kenne. Gegen Vorbehalte und Ängste, wie sie im Wahlkampf in NRW geschürt würden, müsse Widerstand geleistet werden. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel habe eine ganze Reihe von Moscheen in NRW besucht, um ein Zeichen gegen den Rechtspopulismus zu setzen.

Raki mit Kenan Kolat

Der türkische Botschafter Ahmet Acet erinnerte an die Städtepartnerschaft, die Berlin und Istanbul schon seit über 20 Jahren verbindet und damit "eine der schönsten Städte der Welt mit der schönsten Stadt der Welt". Auch Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, schwärmte von der 16-Millionen-Einwohner-Metropole und lud alle Anwesenden ein, die Stadt zu besuchen und mit ihm einen türkischen Schnaps, den Raki, zu trinken.


Ausstellung noch bis 30.5.2010, Di-So, 12-18 Uhr, Eintritt frei, Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, 10963 Berlin

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