Der Vorsitzende der hessischen SPD Thorsten Schäfer-Gümbel und die frühere Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul fordern weiter:" Das Beharren auf atomare Besitzstände und
Teilhabe verschärft die Gefahren durch vorhandene und potenziell neue Atommächte.
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat im vergangenen Jahr in Prag in einer bewegenden und wichtigen Rede klare Worte gefunden. Er hat sich für eine Welt ohne Atomwaffen
ausgesprochen. Diese Vision muss jetzt mit mutigen Schritten umgesetzt werden - die Atomwaffenstaaten müssen auf konkrete Schritte zur atomaren Abrüstung verpflichtet und der Friedenswunsch der
Menschen dieser Welt erhört werden.
Der Deutsche Bundestag hat sich zur atomaren Abrüstung bekannt - es ist an der Zeit, diesem Bekenntnis nun auch Taten folgen zu lassen. Wir müssen mutig vorangehen für ein atomwaffenfreies
Deutschland auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt.
Konkrete Schritte
Schon im Mai diesen Jahres können alle Staaten ihre Bereitschaft für eine atomare Abrüstung unter Beweis stellen: Auf der Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages in New York.
Hier müssen die beschlossenen Schritte zur nuklearen Abrüstung genauso wie der Vertrag über ein umfassendes Atomtestverbot endlich umgesetzt werden.
Deutschland kann zum Erfolg dieser Konferenz erheblich beitragen. Wir fordern:
· Abzug der letzten US-Atomwaffen aus Deutschland
· Stopp aller Modernisierungspläne für Atomwaffen und ihre Trägermittel
· Nein zu Atomwaffen in der neuen NATO-Strategie
· Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen
· umfassende atomare Abrüstung der Atomwaffenstaaten
Jedes Jahr sterben weltweit Menschen durch wirtschaftliche Not und Krankheiten. Ziel aller Politik muss vor allem sein, den Menschen ein Leben ohne Not zu sichern, ihnen Sicherheit vor
Armut, Krankheit, Ausgrenzung und Verletzung von Menschenrechten zu geben. Dies erfordert eine grundlegend veränderte "Sicherheitspolitik", in der die Verwirklichung der im Jahr 2000 von der UNO
beschlossenen Milleniums-Entwicklungsziele im Mittelpunkt steht.
Mehr Geld für Entwicklungshilfe als für Rüstung
Das globale Ungleichgewicht dieser Welt muss verändert werden: Während weltweit 1,3 Billionen US-Dollar für Rüstung ausgegeben werden, betragen die weltweiten Ausgaben für
Entwicklungszusammenarbeit nicht einmal 10 Prozent davon. Die internationale Gemeinschaft muss den Schwerpunkt deutlich auf die Bekämpfung von Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit und Klimawandel
setzen.
Wir brauchen eine restriktive Rüstungsexportpolitik! Eine wirksame Rüstungsexportkontrolle, gerade auch bei Kleinwaffen, trägt effektiv zur Konfliktprävention und zur Friedenssicherung bei
und hilft Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Eine Aufweichung der deutschen "Grundsätze" gegen den Rüstungsexport durch die Bundesregierung trifft auf unseren entschiedenen
Widerstand.
Abzug aus Afghanistan
Afghanistan braucht eine Zukunft in Frieden. Wir setzen uns für die Stärkung des zivilen Engagements, des wirtschaftlichen Wideraufbaus und die Verwirklichung der Rechte der Frauen ein. Wir
verlangen eine verantwortungsvolle verbindliche Abzugsperspektive der Bundeswehr aus Afghanistan. Wir haben als Zeitkorridor 2013 - 2015 benannt. Grundlage ist die bessere Ausbildung der
afghanischen Sicherheitskräfte und die afghanische Eigenverantwortung.
Auch im 50. Jahr der Ostermärsche rufen wir zu einem unermüdlichen Kampf für eine friedlichere Welt auf. Den Worten müssen Taten folgen, die Zeit ist reif für mutige Schritte hin zu einer
atomwaffenfreien Welt!"







