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Icon   Aktion der Falken in NRW

Armut macht Wut

Anna Weber • 17. March 2010

Screenshot der Seite armut-macht-wut.de
Screenshot der Seite armut-macht-wut.de

"Jedes vierte Kind in NRW ist arm," sagt Stefan Krämer, der Landesvorsitzende der Falken in Nordrhein-Westfalen. Doch was bedeutet das? Nach der Definition der Europäischen Union ist jeder arm, der weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens zur Verfügung hat. Somit fällt auch der Hartz IV Regelsatz für Kinder in Höhe von 251 Euro unter diese Grenze. In Armut aufzuwachsen bedeutet für Kinder und Jugendliche nicht nur, wenig Geld zu haben. Auch schlechtere Bildungschancen und höhere Gesundheitsrisiken folgen daraus - ganz abgesehen von den sozialen Konsequenzen.

Kinderarmut ist kein Schicksal

"Das ist für uns nicht hinnehmbar, und es macht uns wütend. Denn: Kinderarmut ist kein Schicksal, sondern ein Skandal," heißt bei den Falken. Die Sozialistische Jugend Deutschlands hat daher einen Forderungskatalog gegen Kinder- und Jugendarmut vorgelegt. Dieser beinhaltet Verbesserungswünsche im Bereich Kinder- und Jugendpolitik, Bildung, Familie, Stadtentwicklung und Arbeitsmarkt.

"Die Werte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit waren und sind die Voraussetzungen für den Sozialstaat. Es geht um die Frage des Umbaus und der Weiterentwicklung des Sozialstaates," heißt es in der Einleitung. "Kinderrechte gehören ins Grundgesetz."

Die zentrale Forderung der Falken richtet sich jedoch an die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. "Kinder- und Jugendförderung ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen," stellen sie klar. Sie fordern bezahlbare Angebote, die wohnortnah zu erreichen sind. Außerdem sollten mehr sozialpädagogische Fachkräfte angestellt werden. Auch Schulen sollten ihr Betreuungsangebot erweitern und zu "Schulen für alle" werden.

"Wir zählen auf Euch, denn Kinderarmut geht uns alle an. Kinder und Jugendliche brauchen unsere Solidarität", ruft Krämer zum Mitmachen auf. Seit dem 20. Februar läuft die Kampagnenphase "Armut macht Wut!" der Falken, die zu vielfältigen Aktionen einladen. Ein Kampagnenbus fährt noch bis zum 24. April durch Nordrhein-Westfalen und bietet vor Ort Informationen und Mitmach-Angebote an. Dazu zählen das Bemalen von Dachlattenfiguren, Laternenumzüge und die Erstellung eines Armuts-ABCs.

"Die 'Investitionen' in die Heranwachsenden sind und bleiben ein 'Kapital' für die Zukunft", steht im Forderungskatalog der Falken. Wenn auch Sie sich an diesen Investitionen beteiligen möchten, können Sie die Internetseite armut-macht-wut.de besuchen oder sich hier den Reader zur Kampagne holen.

Die Kampegne im Internet: http://www.armut-macht-wut.de/

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