Stromspartipps Zum Sparen zu wenig

von Birgit Güll - 03.09.2010
Stromkosten lassen sich mit modernen Elektrogeräten verringern. Doch nicht jeder kann sich die leisten.

Stetig steigt der Strompreis: Seit dem Jahr 2000 wurde Strom kontinuierlich teurer, so das Verbraucherportal Verivox. Ein Vergleich der unterschiedlichen Anbieter lohnt, der Wechsel könnte sich positiv aufs Portemonnaie auswirken. Die Nummer Eins unter den Stromfressern sind Großgeräte, vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine. Seit 2008 sorgt ein EU-einheitliches Label dafür, dass Verbraucher sich beim Einkauf besser orientieren können. Die Energieeffizienzklasse ist auf einen Blick ersichtlich, von der sparsamen Klasse A bis zur Klasse G reicht die Skala. Bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es zudem noch A+ und A++. Energieeffiziente Geräte kosten mehr, doch dank des geringeren Stromverbrauchs wird langfristig gespart.

So weit, so gut, doch teure Neugeräte kann sich nicht jeder leisten. Im August schlug die Gemeinnützige Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung (GVS) aus Berlin Alarm: Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom. Der Hartz-IV-Regelsatz beinhaltet 22,62 Euro für Stromkosten. Ein bundesdeutscher Durchschnittshaushalt braucht aber monatlich 37,97 Euro. Für Arbeitslose, die mehr Zeit zu Hause verbringen, reicht das Geld nicht. So wurde im vergangenen Jahr allein in Berlin 20000 Haushalten zeitweise der Strom abgestellt, wie die „tageszeitung“ berichtete.

Unbezahlbare Birnen
Die Caritas versucht zu helfen: Sie schickt Stromsparhelfer zu Hartz-IV-Empfängern, bisher haben sie 25 000 Haushalte besucht. Eine Reihe einfacher Tricks kann helfen, den Verbrauch zu senken. So gilt für alle Geräte, dass sie auch im Standby-Modus Energie verbrauchen. Fernseher & Co. deshalb immer am Schalter ausmachen. Kühlschränke keinesfalls neben dem Herd platzieren und in der Heizperiode unbedingt stoßlüften: Heizung aus und einige Minuten die Fenster öffnen. Ankippen bringt wenig Frischluft, kühlt auf Dauer aber die Räume aus und treibt so die Heizkosten in die Höhe.

Wäsche, die nicht besonders stark verschmutzt ist, wird bei niedrigen Temperaturen auf sparsame Weise sauber. Tipps wie diese senken den Verbrauch. Die Anschaffung neuer energieeffizienter Geräte ist dagegen für jene nicht zu finanzieren, die kaum das Geld für ihre Stromrechnung aufbringen. Schon Energiesparlampen, die um ein Vielfaches mehr kosten als herkömmliche Glühbirnen, sind für sie kaum bezahlbar.

Bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung bei der Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze auf die Preisentwicklung auf dem Strommarkt reagiert. Dass Schwarz-Gelb die Heizkostenzuschüsse streicht, könnte vielen neben einem dunklen auch einen kalten Winter bescheren.

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Channel: Umwelt und Energie  

Die sind ja lustig.. Bis

Bild von Sandra

Die sind ja lustig.. Bis sich solche Geräte ausbezahlt haben, vergehene Jahre. Bis dahin ist der Strompreis noch weiter gestiegen und es gibt Geräte, die noch sparsamer sind und schon wieder musst du neue Anschaffungen machen.
Wir haben ein deutliches Problem in Deutschland. Wir haben zwar viele Stromanbieter, aber nur 4 große Stromerzeuger, die um die 80 Prozent des gesamten Stroms in die Leitungen speisen. Die haben keine Probleme damit, die Preise vorzugeben. Die Regulierungsbehörte hat das zwar theoretisch im Griff, aber jeder weiß wie viel Einfluss die Wirtschaft auf Politik hat..
Strompreise vergleichen ist zwar eine gute Möglichkeit diese Preise mitzubestimmen, bringt aber nur was, um die Preise zu dämpfen. Stromkosten senken werden wir in den nächsten 30 Jahren nicht mehr schaffen.
Schuld sind riesige Unternehmen, die sich ihre Expanditionen gerne bezahlen lassen. Ich will nicht wissen, wie ich oder Menschen aus meiner Schicht später leben werden. Gehaltserhöhung bekommst du alle 5 Jahre oder ähnlich und die Preise steigen aber im Jahrestakt.

Stand By Wahnsinn

Bild von Janusch

Wenn ich noch einmal Stand By Geräte ausschalten lese, bekomme ich glaub ich echt einen Anfall. bei mir ist schon alles ausgeschaltet und die anderen Tipps habe ich auch schon alle umgesetzt. Das Hauptproblem ist doch das fehlende Geld für neue energiesparende Geräte. Die kosten einfach mal 600 Euro und mehr. Woher soll man das nehmen. Die Medien fordern ja immer zum

Unterstützung für Vorredner

Bild von Eisenberg

Ich muss leider meinem Vorredner recht geben. hier fehl es an vielen Ecken und Enden. Denn tatsächlich habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass gerade für Harz4ler häufig der Strom zum Problem wird. Also muss gespart werden, da ja bekanntlich das Geld nicht gesteigert wird. es sollte also wirklich auch an für uns in der SPD wichtig sein, solceh Projekte nicht nur freundlich zu begrüßen sondern explizit zu fördern. Man darf eben nicht nur andere zu entwas auffordern. Nur weil die Pfeifen von FDP und CDU so etwas nicht hinbekommen müssen wir uns doch nicht auch zurück lehnen. Ich finde was man jedem erstmal empfehlen sollte ist ein Stromrechner zu verwenden und zu wechseln. Warum können nicht die Arbeitsagenturen hier helfen und den Wechsel aktiv unterstützen. Könnte man hier nicht zuständige Stellen schaffen und direkte Ansprechpartner, die sich tatsächlich um die Energieproblematik kümmern. Ich kann doch nicht von der alleinerziehende Mutter mit drei Kindern erwarten, dass sie sich auch noch an hundert Stellen informieren und wenden muss.

Falsche Inhalte, fehlende Kernaussage

Bild von Marion Sollbach

Ich finde es prinzipiell sehr gut, wie Ihr in dem Artikel "Zu arm zum Sparen" darauf hinweist, dass die Hartz IV Sätze die steigenden Stromkosten nicht ausreichend widerspiegeln. Aber leider ist der Artikel dazu richtig schlecht und nennt keine sinnvolle Lösung des Problems.

Insbesondere wechselt der Artikel lustig zwischen Stromenergie und Heizenergie. An Ende wird das Bild frierender Hartz IV Bezieher herauf beschworen. Aber die Heizkosten sind als Wohnnebenkosten nicht in den Hartz IV Regelsätzen enthalten. Die Heizkosten werden im Rahmen der Mietkosten übernommen.

Das Hauptproblem besteht also im Stromverbrauch. Hier wird auf die Stromsparhelfer der Caritas hingewiesen, die bereits 25.000 Haushalte geschult hat. Wenn die SPD diese Idee gut findet, wäre doch eine logische Forderung, dass die AWO dies demnächst auch anbietet oder die SPD-geführten Länder dies finanziell unterstützen. Dazu gibt es aber keinen Hinweis.

Die sonstigen Sparbeispiele (Vermeidung Stand-by-Verluste und Kühlschrank nicht neben den Herd stellen) führen weder zu signifikanten Einsparungen noch sind sie besonders praktikabel oder kreativ. Und auch der Hinweis, dass sich Hartz IV Bezieher keine besonders energieeffizienten Elektrogeräte leisten können, ist nur bedingt wahr. Es gibt in Deutschland einen Markt an aufbereiteten Gebrauchtgeräten, wo man energieeffiziente Geräte zu einem günstigen Preis kaufen kann.

Und ganz peinlich wird der Artikel dort, wo behauptet wird, die EU einheitliche Energiekennzeichnung gäbe es erst seit 2008. Die Richtlinie ist aktuell novelliert worden, aber die Energiekennzeichnung gibt es seit 1992!

Das ist leider der wiederholte Artikel, wo der Vorwärts etwas zum Energiesparen im Haushalt schreibt, was schlecht recherchiert, teilweise inhaltlich einfach falsch und ohne konkrete politische Forderung - auch an die SPD selber - versehen ist. Schade!

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