Stetig steigt der Strompreis: Seit dem Jahr 2000 wurde Strom kontinuierlich teurer, so das Verbraucherportal Verivox. Ein Vergleich der unterschiedlichen Anbieter lohnt, der Wechsel könnte sich positiv aufs Portemonnaie auswirken. Die Nummer Eins unter den Stromfressern sind Großgeräte, vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine. Seit 2008 sorgt ein EU-einheitliches Label dafür, dass Verbraucher sich beim Einkauf besser orientieren können. Die Energieeffizienzklasse ist auf einen Blick ersichtlich, von der sparsamen Klasse A bis zur Klasse G reicht die Skala. Bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es zudem noch A+ und A++. Energieeffiziente Geräte kosten mehr, doch dank des geringeren Stromverbrauchs wird langfristig gespart.
So weit, so gut, doch teure Neugeräte kann sich nicht jeder leisten. Im August schlug die Gemeinnützige Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung (GVS) aus Berlin Alarm: Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom. Der Hartz-IV-Regelsatz beinhaltet 22,62 Euro für Stromkosten. Ein bundesdeutscher Durchschnittshaushalt braucht aber monatlich 37,97 Euro. Für Arbeitslose, die mehr Zeit zu Hause verbringen, reicht das Geld nicht. So wurde im vergangenen Jahr allein in Berlin 20000 Haushalten zeitweise der Strom abgestellt, wie die „tageszeitung“ berichtete.
Unbezahlbare Birnen
Die Caritas versucht zu helfen: Sie schickt Stromsparhelfer zu Hartz-IV-Empfängern, bisher haben sie 25 000 Haushalte besucht. Eine Reihe einfacher Tricks kann helfen, den Verbrauch zu senken. So gilt für alle Geräte, dass sie auch im Standby-Modus Energie verbrauchen. Fernseher & Co. deshalb immer am Schalter ausmachen. Kühlschränke keinesfalls neben dem Herd platzieren und in der Heizperiode unbedingt stoßlüften: Heizung aus und einige Minuten die Fenster öffnen. Ankippen bringt wenig Frischluft, kühlt auf Dauer aber die Räume aus und treibt so die Heizkosten in die Höhe.
Wäsche, die nicht besonders stark verschmutzt ist, wird bei niedrigen Temperaturen auf sparsame Weise sauber. Tipps wie diese senken den Verbrauch. Die Anschaffung neuer energieeffizienter Geräte ist dagegen für jene nicht zu finanzieren, die kaum das Geld für ihre Stromrechnung aufbringen. Schon Energiesparlampen, die um ein Vielfaches mehr kosten als herkömmliche Glühbirnen, sind für sie kaum bezahlbar.
Bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung bei der Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze auf die Preisentwicklung auf dem Strommarkt reagiert. Dass Schwarz-Gelb die Heizkostenzuschüsse streicht, könnte vielen neben einem dunklen auch einen kalten Winter bescheren.
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