Die Berliner Zeitung soll an eine britische Investorengruppe verkauft werden. Hältst Du diese Entwicklung für bedenklich?
Wettig-Danielmeier: Ich bin darüber nicht glücklich. Ich habe zwar generell nichts gegen ausländische Investoren, aber speziell die britischen Medien sind mit den deutschen nicht einfach kompatibel. Bei der Berliner Zeitung ist schade, dass der Verkauf so sang- und klanglos über die Bühne gehen soll. Man hätte sich um Alternativen bemühen müssen, z.B. der Bildung eines Konsortiums mittlerer Zeitungsverlage. Es geht auch darum, dass wir hier in Deutschland noch eine Pressevielfalt haben, die erhalten werden sollte. Da sehe ich uns in der Pflicht.
Warum strebt die SPD Medienbeteiligungen an?
Das ist ein Zufallsprodukt der Geschichte. Die SPD war nie ein großer Medienkonzern Wir sind in der Regel an regionalen Zeitungen beteiligt, meist als Minderheitenpartnerin. Es ist Aufgabe und Erbe zugleich, Pressevielfalt zu erhalten.
Wird die DDVG mbH, die Medienholding der SPD, diesen Weg weiter gehen?
Wir sind nicht auf Expansion angelegt, aber wir haben in der Vergangenheit, wie im Falle der Frankfurter Rundschau, ausgeholfen, wenn es Probleme gab. Wir wollen keinen neuen Medienkonzern aufbauen, sondern eine Medienkonzentration in Deutschland verhindern. Die Mehrheit der Anteile an der Frankfurter Rundschau werden wir wieder veräußern.
Interview: Karsten Wiedemann/Vera Rosigkeit
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