Erfolgreicher Modellversuch Weitere KinderTagesZentren geplant

von Peter Scheifele - 10.03.2010
Nach der höchst erfolgreichen Modellphase des KinderTagesZentrum (KiTZ) an Langbürgener Straße hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Münchner Stadtrats die Weiterführung und den Ausbau dieser Form der Kindertagesbetreuung beschlossen. KiTZ widmet sich mit einem vielfältigen, kooperativen Förder- und Betreuungsangebot den 0- bis 6-Jährigen und ihren Eltern. Es ist im Stadtteil Anlaufstelle, Treffpunkt und Begegnungsstätte.

Ausgangspunkt für den Modellversuch war der soziale Brennpunkt in München, gekennzeichnet durch kinderreiche Familien mit Migrationshintergrund, ein überdurchschnittlicher Anteil an Kindern und Jugendlichen, ebenso wie eine hohe Erwerbs- und Arbeitslosigkeit im Viertel an der Ständlerstraße, dass durch große Verkehrsadern isoliert ist.

Daher galt es, im Modellversuch einen neuen Ansatz zu finden: Im KiTZ gibt es, neben der Kindertagesbetreuung, erweiterte Elternarbeit, ein breites Betreuungsspektrum und viele Angebote für Kinder und Eltern. Gleichzeitig wird ein Netzwerk mit Kooperationspartnern aufgebaut. Über zahlreiche Angebote für die Eltern werden die sozialen Kontakte gestärkt. KiTZ ist auch Tätigkeits- und Beschäftigungsort für Arbeitssuchende. Zudem agiert es in Bereichen wie Gesundheit und Umwelt, der Integration und der Interkulturalität.

Zentrum zur Förderung von Kindern und Eltern

Christian Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion:
"Das KiTZ ist ein sozialräumliches Zentrum für die frühe Förderung von Kindern und Eltern in einem schwierigen Quartier. Ein entscheidender Faktor ist die Teilhabe der Eltern und die besondere Förderung der Kinder sowie die kleinen, altersübergreifenden Gruppen mit 15 Kindern. Die höchst erfolgreiche Modellphase hat gezeigt, welche Erfolge mit diesem Ansatz möglich sind. Eine weitere Verbesserung der Förderung versprechen wir uns, wenn auf die Integration und Inklusion von behinderten Kindern verstärkt das Augenmerk gelegt wird. Anregen wollen wir, dass in der weiteren Umsetzung des KITZ-Konzeptes dazu auch versucht wird, weitere Finanzierungsquellen für das KITZ zu erschließen. Allerdings ist der finanzielle Aufwand sehr hoch - die Stadt leistet hier Außerordentliches. Mit unserem Ergänzungsantrag regen wir nun noch die vermehrte Integration Behinderter an. Zudem sollen die Ergebnisse des Münchner Bildungsberichts einfließen und die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung überprüft werden."

Neue Standorte gesucht

Mit dem aktuellen Beschluss werden weitere geeignete Standorte und Träger gesucht, um das Modell "KiTZ" entsprechend ausbauen und weiterentwickeln zu können. Die Einrichtung in der Langbürgener Straße soll als „best-practice-Modell“ weitergeführt werden.

Verena Dietl, stellv. kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion:
"KiTZ ist eine faszinierende, neue Art der Kinderbetreuung und der Elternarbeit. Daher ist es notwendig, dass nach den bereits entwickelten Kriterien u.a. des Münchner Bildungsberichts und des Sozialmonitorings weitere Kinder in den Genuss dieser besonderen Förderung kommen. Das deckt sich mit unseren Anstrengungen, die Kindertagesbetreuung in München weiter bedarfsgerecht auszubauen. Wir haben heute angeregt, dass auch ein Standort im Stadtteil Laim in die Liste der möglichen KinderTagesZentren mit aufgenommen wird, da ich als örtliche Stadträtin auch hier den Bedarf sehe. Besonders wichtig ist mir dabei auch hier die
Prüfung, ob ein KITZ als Integrationseinrichtung geführt werden kann."
 

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Channel: Bildung  
Bundesland: Bayern  
AutorIn: Peter Scheifele  

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