Generationengerechtigkeit in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise Verteilungskampf oder Solidarität?

von Anna Weber - 22.03.2010
Die Geburtenrate ist rückläufig, die Zahl der Rentner nimmt zu. Zusätzlich wurde im Frühjahr 2009 eine Schuldenbremse im Grundgesetz verankert. Ab 2012 ist es den Bundesländern gesetzlich untersagt, neue Kredite aufzunehmen. In der Friedrich-Ebert-Stiftung trafen sich Experten um die Frage zu beantworten: Können die sozialen Sicherungssysteme unter diesen Bedingungen auf Dauer finanziert werden?

Die grundlegende Forderung lautet: Die kommenden Generationen sollen die gleichen Chancen und Voraussetzungen haben, wie die jetzige. Doch die Situation ist denkbar schwierig. Urban Überschär von der Friedrich-Ebert-Stiftung  zeichnet ein erschreckendes Bild: „Es wird 2020 doppelt so viele 60-jährige wie Neugeborene geben.“ Die ohnehin schon angespannte Situation sei durch die Finanzkrise weiter verschärft worden.

 

Es sei verständlich, dass in diesen Zeiten viele auf sich selbst achten, meint Peter Friedrich, MdB. Der Mitbegründer der parlamentarischen Initiative „Generationengerechtigkeit ins Grundgesetz“ weiter: „Wir müssen uns klarmachen, dass die Generationengerechtigkeit eine Sparte des großen Begriffs ‚Gerechtigkeit’ ist – ebenso wie das Geschlecht oder die Abstammung. Und sie ist genauso wichtig.“ Außerdem gebe es keine festen Generationenblöcke.

 

„Das Problem ist, dass eine ganze Generation, nämlich alle unter 18 Jahren, nicht an den aktuellen Entscheidungen beteiligt wird. Aber die Auswirkungen, beispielsweise der Bankenrettung, wird sie definitiv spüren“, beschreibt Friedrich die Situation. Seine Initiative fordert daher das Wahlrecht ab Geburt.

 

Um mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen herstellen zu können, brauche es integrative Verteilungseffekte. „Eine Einführung der Erbschaftssteuer würde sich positiv auf die Generationengerechtigkeit auswirken“, urteilt Friedrich.

 

Verlinken Sie auf diesen Beitrag:

http://www.vorwaerts.de/trackback/10095

Channel: Inland  Wirtschaft  
Bundesland: Berlin  

Mit Kachingle und Flattr können Sie den Online-Journalismus auf vorwaerts.de unterstützen (wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel).

Das Aktuellste aus der Sozialdemokratie - der vorwaerts-Newsletter

Advertising