Energie Union hält an Kernkraft fest

von Karsten Wiedemann - 16.07.2009
Pannenserie in Krümmel, Lecks im Atommülllager Asse, die Union will trotz allem an der Kernenergie festhalten. "Die Kernkraft ist sicher", sagte die Unionspolitikerin Katharina Reiche. Den Anteil der Atomenergie am Energiemix überschätzt sie dabei.

Die Unionspolitikerin Katharina Reiche bekräftigte am Donnerstag, es sei notwendig, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke zu verlängern. Sie begründete dies damit, dass ein Drittel der Stromversorgung in Deutschland aus der Kernenergie stamme. Eine Abschaltung der Reaktoren hätte ihrer Aussage zufolge neue Emissionen und höhere Strompreise zur Folge, zudem würde Ersatz benötigt, was zu neuen Abhängigkeiten führen würde, so Reiche.

Tatsächlich stammt die in Deutschland verbrauchte Energie nur zu rund 11 Prozent aus der Kernenergie. Die Erneuerbaren Energien, die derzeit schon mehr als sieben Prozent beitragen, können die Kernkraft bald überholen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte erst unlängst darauf verwiesen, dass der Atomausstieg  nicht zu einer Verorgungslücke führen würde. Eine Stromlücke gab es nie und wird es auch in Zukunft nicht geben. Trotz Atomausstieg produziert Deutschland immer größere Stromüberschüsse für den Export , sagte Greenpeace-Energieepxerte Andree Böhlining."

Atomforum: Krümmel-Panne ist irrelevant

Der Chef des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, bezeichnete die wiederholte Pannenserie im AKW-Krümmel unterdessem als ein "praktisch irrelevantes Ereignis". Vergleichbares passiere pro Jahr 400 Mal in Atomkraftwerken, so Hohlefelder im "Deutschlandfunk".

Der Reaktor in Krümmel war nach einem schweren Trafobrand im Jahr 2007 kürzlich wieder ans Netz gegangen aber wegen eines erneuten Kurzschlusses kurze Zeit später weider abgeschaltet worden. Der Betreiber Vattenfall räuzmte zudem ein, dass einige der rund 80 000 radioaktiven Brennstäbe mit Metallsplittern verunreinigt sind. Derzeit läuft eine Überprüfung.

SPD kündigt Wahlinitiatve gegen Atomkraft an

Die CDU hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges, den von der  rot-grünen Bundesregierung ausgehandelten Atomausstieg rückgängig zu machen. In einer Forsa-Umfrage vom Mittwoch hatte sich die Mehrheit der Befragten für ein Festhalten am Atomausstieg ausgesprochen.

Die SPD kündigte am Donnerstag eine Wählerinitiaitve unter dem Motto "Neue Energie! Atomkraft – nein danke!“ an. Die Initiaitve soll am Montag in Berlin vorgestellt werden. Unterstützt wird sie unter anderem  vom  ehemaligen SPD-Abgeordneten  und Wissenschaftler Ernst-Ulrich von Weizsäcker sowie  dem Kameramann Michael Ballhaus.

 

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Channel: Umwelt und Energie  
AutorIn: Karsten Wiedemann  

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