Beruf, Familie, Politik – Mauela Schwesig Lebensweg beweist, dass sich das alles vereinbaren lässt. 1974 in Frankfurt/oder geboren, Einserabitur, Studium an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen. Aus Liebe zu ihrem Mann Stefan zog sie im Jahr 2000 nach Schwerin, wo sie zunächst auf dem Finanzamt und ab 2002 in der Steuerabteilung des Finanzministeriums von Mecklenburg-Vorpommern arbeitete.
Parallel machte sie Karriere in der SPD: eingetreten 2003, im selben Jahr Mitglied im SPD-Kreisvorstand, 2004 Stadtvertreterin in Schwerin, 2004 bis 2008 stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Kinder-, Familien-, und Frauenpolitik sowie Verwaltungsmodernisierung, Oktober 2007 bis Oktober 2008 Fraktionsvorsitzende.
„Eine der fähigsten Nachwuchspolitikerinnen im Landesverband der SPD“, urteilte Erwin Sellering (SPD) 2008 über sie. Als am er 6. Oktober 2008 Nachfolger von Harald Ringstorff als Ministerpräsident wurde, holte er die junge Mutter – damals war ihr Sohn eineinhalb Jahre alt – in sein Kabinett. Sie wurde – und ist es immer noch – Deutschlands jüngste Ministerin. Und die schönste, wie „Bild“ kennerhaft zu berichten wusste.
Von Geld versteht sie was
Ihre erste politische Feuertaufe erlebte sie nach Tod der fünfjährigen Lea-Sophie, die – über Monate von ihren Eltern über Monate vernachlässigt – verhungert und verdurstet war. SPD-Fraktionschefin Manuela Schwesig habe ihren Teil bei der Aufarbeitung des schlagzeilenträchtigen Kriminalfalles besser bewältigt, als der später abgewählte Oberbürgermeister Norbert Clausen (CDU), bescheinigte ihr die Presse. Sie gilt als ehrgeizig, gut organisiert, weiß wie eine Verwaltung funktioniert und findet schnell einen Draht zu den Menschen. Und von Geld versteht sie auch etwas. Kein Schaden für eine Sozialministerin, deren Etat traditionell zu den größten eines Landes gehört.
Politisch gilt sie eher als Links. Brandenburgs ehemalige Sozialministerin Regine Hildebrandt ist ihr großes Vorbild. Aber sie ist keine Sozialromantikerin. Sich selbst bescheinigt sie „eine gute Mischung aus Verstand und Gefühl“.
Bei ihrer Arbeit schätzt sie die Kommunikation mit Praktikern und Leistungsträgern vor Ort. Entscheidungen vom „grünen Tisch“ seien ihre Sache nicht. Dass sie der CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen Paroli bieten kann, daran zweifelt sie nicht. Es bringe wenig, wenn die Politik allein durch das Elterngeld und ähnliche Anreize bewirken wolle, dass wieder mehr Kinder geboren werden, erklärte sie in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“. Sie plädiert dafür: „Wir müssen uns auch um die Kinder kümmern, die schon da sind – und zwar von Anfang an.“
Und noch etwas ist ihr wichtig: die Demokratie. Neonazis gelt es mit allen politischen Mitteln zu bekämpfen, damit Mecklenburg-Vorpommern ein weltoffenes und tolerantes Land bleibe.
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