SPD-Parteitag in Dresden Steinmeier attackiert Schwarz-Gelb scharf

von Lars Haferkamp - 14.11.2009

Die Rede des Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier auf dem Bundesparteitag der SPD am 14. November 2009 in Dresden finden Sie als PDF-Datei im Anhang.

Der Oppositionsführer wirft der Bundesregierung auf dem SPD-Parteitag in Dresden „Schuldenmachen wie im Rausch vor“ – Steinmeier verspricht „harte und kämpferische Opposition“ gegen Schwarz-Gelb – Fraktionschef ruft SPD zu Selbstbewusstsein auf: „Wir lassen uns nicht klein kriegen. Wir gehen aufrecht, wir gehen gerade.“

Auf dem Dresdner SPD-Bundesparteitag hat Oppositionsführer Frank-Walter Steinmeier die schwarz-gelbe Bundesregierung scharf angegriffen. Der Koalitionsvertrag sei „ein Dokument der Vertagung“ bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010. Schon jetzt werde die soziale Spaltung in Deutschland vertieft. „Das müssen wir jeden Tag anprangern, das ist Opposition“, so Steinmeier unter dem Beifall der Delegierten.

Er kritisierte das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung als „Zukunftsverhinderungsgesetz“. Die Steuergeschenke für Steuerberater, Erben, Ärzte und große Hotelketten nützten nicht dem Wachstum. Zudem seien sie auf Pump finanziert. „Schuldenmachen wie im Rausch“ warf Steinmeier der Regierung vor. Da seien „alle Dämme gebrochen“. FDP-Chef Westerwelle habe jahrelang gepredigt: Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen. Nun wolle er davon nichts mehr wissen. „Das ist eine Mutation in Lichtgeschwindigkeit zum Schuldenmacher der Nation.“

„Die Kommunen sind Gefahr“

Steinmeier betonte, die Steuergeschenke der Regierung verursachten Steuerausfälle, die dazu führten, dass das nötige Geld für Forschung, Bildung und Investitionen fehle. „Die Folgen werden die Mehrheit der Menschen treffen.“ Etwa durch höhere Kita-Gebühren und Ausfälle in Schulen und Bibliotheken. Schon jetzt fehlten den Kommunen acht Milliarden Euro. „Die Kommunen sind Gefahr“, warnte Steinmeier.

Optimistisch zeigte sich Steinmeier über die Perspektiven für die SPD nach dem Parteitag. „Ich bin seit gestern für unsere Partei wieder sehr viel zuversichtlicher. Diese Partei hat gezeigt, dass sie lebendig ist.“ Die Wahlniederlagen von 2009 seien nicht das letzte Wort über die SPD. Die Partei wisse, dass eine Partei, die nicht zu ihrer Geschichte steht, auch keine Zukunft gewinnen könne. Die SPD habe in den elf Jahren ihrer Regierungsbeteiligung „dieses Land geöffnet, nach vorne gebracht“, es „aus dem schwarz-gelben Muff der 90er Jahre geholt“. „Wir lassen uns nicht klein kriegen. Wir gehen aufrecht, wir gehen gerade“, so Steinmeier unter dem Beifall der Delegierten.
 

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Parteitag

Bild von Frank K.

Den Herren Steinmeier und Müntefering ist doch hoffentlich noch in Erinnerung, das sie bis vor einigen Wochen selbst noch an der Regierung waren?

Sie redeten so, als ob sie es nicht gewesen wären.

Die "halbseidenen" Ausreden und Angriffe auf Schwarz-Gelb hatten eher den Eindruck, das sie von den letzten 11 Jahren an der Regierung ablenken wollen. Jetzt in der Opposition ist es eh zu spät, da kann man viel "wettern" und "gegen alles sein" was die jetzige Regierung macht bzw. vor hat.

Die Aussage "Hartz IV und die Rente mit 67 war richtig" (sinngemäß), war auch nicht gerade überzeugend, auch wenn jetzt "zugegeben" wurde, das man "Fehler" gemacht hatte.

Das zeigt eigentlich auch wieder, wie die Politik in den letzten 10 - 15 Jahren war, irgendetwas "zusammen geschustert" und dann warten, was die Menschen und Gerichte sagen, danach dann "etwas" nachbessern.

Wenn man etwas als Gesetz erarbeiten will, sollte man vorher schon die Gesetze so schreiben, das sie klar und verständlich sind, Eventualitäten beachten und darauf schauen, was in der nächsten Zukunft passieren könnte.

Beispiel Hartz IV:

Wie die Berechnung zustande gekommen ist, las man bei den Berichten vom BVerfG, es wurde "einfach geschätzt", genauso wurde anscheinend geschätzt, das der Niedriglohnsektor (nicht) explodiert und die Beschäftigten dann aus Angst vor Hartz IV alles machen würden, nur um ihren Arbeitsplatz zu behalten. Es wurden Rechte in der Mitbestimmung und andere Grundrechte einfach "im Namen des Volkes" (man darf sich fragen, welches Volk) beschnitten und die Arbeitsuchenden zu rechtlosen Personen degradiert. Ebenso bei den Maßnahmen "zur Verbreiterung der Vermittlungschancen".

Jeder, der auch nur etwas nachdenkt, kommt sofort darauf, das es sich bei dieser "Verbreiterung" der angebl. Chancen um nichts weiteres handelt, als das Heer der Hilfsarbeiter zu vergrößern. Da gäbe es auch noch mehr, aber ich rege erstmal nur damit zum nachdenken an.

Die Rente mit 67:

Ebenso falsch gedacht bzw. einfach mal Pauschaliert ohne weiter nach zu forschen.

Was nicht erwähnt wird, wenn man (angeblich) sparen will, ist das Geld, das "nebenher" noch ausgegeben bzw verschwendet wird. Da werden Institute beauftragt über die Zweckmäßigkeit von Maßnahmen zu "sinnieren", statt einfach mal die Betroffenen selbst zu fragen, was evtl. sogar billiger wäre, wenn sie dann nur einen kleinen Beitrag für ihre Mühe (anrechnungsfrei) erhalten würden.

Bei der Rente könnte man es ähnlich machen bzw. das Eintrittsalter staffeln, nach Berufen z. B.

Ich höre diesen Parteitag schon längere Zeit zu, aber bis eine gewisse Glaubwürdigkeit wieder hergestellt wird, bedarf es noch längere Zeit.

Gruß aus Bayern

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