Während der Bus-Tour konnte bereits auf sichtbare Erfolge Koblenzer Politik verwiesen werden: Viele Bereiche sind oder werden barrierefrei ausgebaut, zum Beispiel die Schlossstraße oder die Brücke in der Baedekerstraße. Kreuzungen mit abgeflachten Bordsteinen und taktile Flächen erleichtern Menschen mit Behinderung den Zugang. Ratsmitglied Christian Altmaier verwies sowohl auf den neuen Zentralplatz, als auch auf die Projekte Rhein-Mosel-Halle und Schloss: „In allen Bereichen bauen wir so, dass diese öffentlichen Gebäude für alle erreichbar sind.“
Barrierefreie BUGA 2011
Die Buga 2011 soll auch für Menschen mit einer Behinderung zum Erlebnis werden. Das ist das erklärte Ziel der Gartenschauplaner, auch wenn sich die bauliche Umsetzung nicht immer leicht gestaltet. Oberstes Ziel ist es aber, dass behinderte Besucherinnen und Besucher sich möglichst autonom, also ohne fremde (menschliche) Hilfe, über das Buga-Gelände bewegen können. Weil ihr sensibilisierter Blick für das Aufspüren von Barrieren schärfer ist, beteiligten sich verschiedene Behindertenverbände beim „Runden Tisch Barrierefreie Buga Koblenz 2011“. So wurden zum Beispiel etliche Hauptwege in den Ausstellungsflächen mit seitlichen Blindenstöcken zu ertastende Streifen versehen, die als Orientierungshilfe dienen. Mehrere Betonbordsteine wurden ausgetauscht und durch abgesenkte Kanten ersetzt.
Noch keine Lösung ist derweil für die große Sitztreppe an der Rheinpromenade auf der rückwärtigen Schlossseite in Sicht. Um auf Anregung der Behindertenverbände einen Treppenlift für Rollstuhlfahrer zu installieren, läuft ein von der Buga-GmbH beantragtes Genehmigungsverfahren bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Wie Christian Altmaier zu berichten weiß, hat Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sich dafür ausgesprochen, dass die Gartenschau möglichst in allen Bereichen barrierefrei sein soll, also auch die Treppenanlage am Rhein.
Im Gespräch sind zudem Induktionsschleifen als Hilfe für Hörbehinderte an wichtigen Orten, etwa an Kassen oder in den Vortragsräumen. Auch über spezielle Führungen für Menschen mit Behinderung wird nachgedacht.
Zugänglichkeit in größerem Rahmen
Für Friedrich Goos gibt es aber in einer Gesellschaft nicht nur bauliche Barrieren, sondern auch darüber hinaus gehende: „Wir fordern gerechte Einkommen, den Mindestlohn, damit auch viele am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“ Hierunter fallen auch niedrige Eintrittspreise für sozial Bedürftige.
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