Die Perspektive ist unumstritten. Langfristig soll der gesamte Energiebedarf weltweit aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Doch während aus Politik, Wirtschaft und teilweise auch aus der Wissenschaft jahrzehntelange Szenarien zu hören sind, ist für Frank H. Asbeck klar: „Die solare Welt kann viel schneller realisiert werden, als viele denken.“ Wie das gehen soll, erklärt er in seinem Buch „Eine solare Welt“.
Hier stellt der Chef des Solaranlagenherstellers „SolarWorld“ die kommerzielle Nutzung der Sonnenenergie in eine Reihe mit der Entwicklung der Dampfmaschine, des Automobils und der Informationstechnologie: Allen habe die Menschheit zunächst skeptisch gegenübergestanden, doch ihr Durchbruch habe einen wahren Entwicklungsschub ausgelöst. Dasselbe erwartet Asbeck von der Sonnenkraft in der Energieversorgung.
Ambitioniert Ziele eines Energie-Pioniers
Seine Ziele sind ambitioniert: Bis 2013 soll der Preis für eine Kilowattstunde Solarstrom 21 Cent betragen – genauso viel wie heute im Durchschnitt konventionell erzeugter Strom kostet. In Asbecks Welt ist Deutschland weltweit führender Produzent von Solaranlagen und Kohle- wie Atomkraftwerke gehören der Vergangenheit an. Statt die Energie wie derzeit von einem Oligopol aus vier Versorgern zu beziehen, hat jeder Hausbesitzer eine Solaranlage auf dem Dach, mit der er seinen eigenen Strom produziert und Überschüsse ins Netz einspeist. Die Stromversorgung ist „demokratisiert“.
Dass diese Energiewende möglich ist, belegt Frank H. Asbeck anhand von Zahlen und Daten eindrucksvoll. So räumt er auch mit den gängigsten Vorurteilen gegen die Solarenergie wie zu hohen Kosten oder einer Umweltbelastung bei der Herstellung der Solarmodule auf. Allerdings gleiten seine Beschreibungen ein ums andere Mal ab in einen Lobgesang auf sein Unternehmen, die SolarWorld AG. Das ist schade, weil sie dem an sich wichtigen und gut geschriebenen Buch stellenweise den Anschein eines Werbeprospekts gibt.
Auch Asbecks biographische Einlassungen und seine philosophisch angehauchten Ausführungen über den Klimawandel wirken deplatziert und schwächen die Kernbotschaften der „solaren Welt“ ab. Dabei ist klar, dass es ohne Pionieren wie Frank H. Asbeck nicht geht. Soll sich tatsächlich grundlegend etwas ändern, muss es nicht nur Menschen geben, die Visionen haben, sondern auch welche, die diese umsetzen. Dazu kann dieses Buch einen Beitrag leisten.
Frank H. Asbeck: Eine solare Welt, Kiepenheuer & Witsch 2009, ISBN 978-3-462-04080-7, 14,95 Euro




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Ah ja.
die hühner
Felix Krebs