Finsteres geschieht hinter großbürgerlichen Hamburger Fassaden und den hohen Hecken der Vororte. Ein Mord wird begangen. Das Opfer ist Schickeria-Therapeut, der Mörder ein Rächer. Seine Frau wurde von dem Psychologen Marc Leclerq in den Selbstmord getrieben. So wenigstens sieht es der unglückliche Ehemann, der mit einer Pistole bewaffnet, aus Büchen zur Hinrichtung nach Hamburg reist. All das erfahren wir rasch im Krimi-Debüt von Christine Posner, die als Soziologin an der Helmut-Schmidt-Universität arbeitet.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Eine Frau hat ihre Finger im Spiel. Es geht um Eifersucht und Gift, um eine Kräuterhexe und einen Anwalt mit Villa am Rondeelteich im Hamburger Nobelviertel Harvestehude. Ein zweiter Mord geschieht, brutal mit einer Axt. Schrecklich das alles, und doch ist der Krimi auch eine Liebeserklärung an Hamburg. An die Alster und Planten und Blomen im Frühsommer, an die Kneipen im Karolinen-Viertel, an die Polizei, die keinen Feierabend kennt und oft auch kein Wochenende.
Wir lernen kennen: zwei super-nette Kommissarinnen, kollegial, Single bzw. allein erziehend, nette Polizisten, die ihrer Liebsten Brötchen schmieren und auch mal einen über den Durst trinken, einen Chef, der zwar auf Karriere aus aber dennoch kein Unmensch ist.
Ungewöhnlich für einen Krimi: Wir lernen den Mörder gleich zu Anfang kennen. Spannend bleibt die Sache dennoch. Denn die Hintergründe der Tat haben es in sich. Aber mehr wollen wir nun wirklich nicht verraten.
Susanne Dohrn
Christine Posner, Seelenmord. Hamburg-Krimi, Schardt Verlag Oldenburg 2009, 176 Seiten, 12,80 Euro, ISBN: 978-3-89841-451-7

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Ah ja.
die hühner
Felix Krebs