Guantanamo Bay Schrecken ohne Ende

von Jerome Cholet - 06.02.2010
Als erste Amtshandlung hatte US-Präsident Barack Obama die Schließung des Gefangenenlagers von Guantanamo Bay binnen einen Jahres angekündigt. Die Frist ist im Januar abgelaufen, das Camp weiter in Betrieb. Obamas Initiative scheitert an Widerstand im In- aber auch im Ausland.

Das Camp Delta auf dem amerikanischen Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba ist zum Symbol für Folter und Menschenrechtsverletzungen geworden. Die Supermacht USA hat hier Minderjährige inhaftiert, Geständnisse erpresst und rechtliche Standards ausgehebelt. Die Terrororganisation Al-Qaida nutzt das Lager heute als Symbol, um junge Muslime gegen die Vereinigten Staaten von Amerika aufzuhetzen. „Guantanamo Bay stellt ein rechtswidriges, schwarzes Loch in den Beziehungen zu den Muslimen dar“, sagt William Yeomans von der American University in Washington. „Es hat unserer nationalen Sicherheit geschadet, weil es unser Bild in der Welt beschädigt hat.“

So bestand die erste Amtshandlung Präsident Obamas darin, die Schließung des Gefangenenlagers zu verfügen. Über eine Exekutivorder legte er innerhalb eines Jahres das Ende Camp Deltas fest. Der völke­rrechtlich umstrittene Status der Häftlinge als „ungesetzliche Kombattanten“ wurde aufgehoben, eine individuelle Überprüfung ihrer Fälle beschlossen und die umstrittenen Verhörmethoden – darunter das „Water Boarding“ –beendet.

20 Prozent Rückfallquote

Doch noch immer sitzen 198 Terrorverdächtige in Guantanamo Bay ein, sie stammen aus dem Jemen, China, Libyen, Russland, Syrien und Tunesien. Die Prüfung ihrer Fälle braucht mehr Zeit als gedacht, denn sie entscheidet darüber, wer – weil ungefährlich – freigelassen und in sein Heimatland zurückgeschickt werden kann, und wer nicht. Obama muss dabei einerseits sicherstellen, dass von den Häftlingen keine Gefahr mehr ausgeht, andererseits muss er sich rechtsstaatlichen Prinzipien beugen.

Gerade wurden in Washington neue Berichte veröffentlicht, die von einer Rückfallquote von 20 Prozent bei ehemaligen Guantanamo-Häftlingen ausgehen. Der Jemen, aus dem 92 Terrorverdächtige in Guantanamo stammen, hat gerade bewiesen hat, dass er weder für eine sichere Aufbewahrung noch für eine Rehabilitierung garantieren kann. Vier der neuen Führer der Al-Qaida der Arabischen Halbinsel (AQAP) sind ehemalige Guantanamo-Häftlinge und hatten den Attentäter auf die American Airlines Maschine vom 25. Dezember ausgebildet.

Obama: Häftlinge führen Krieg gegen die USA

„Die Instabilität des Jemen ist eine Bedrohung der regionalen, ja sogar der globalen Stabilität“, sagte US-Außenministerin Hilary Clinton auf einer Wiederaufbaukonferenz für den Jemen in London. Ihre Regierung stünde vor dem Aus, wenn ein aus Guantanamo Freigelassener einen weiteren Anschlag in den USA verüben würde. Obama setzte also die Rückführung der 92 verbliebenen jemenitischen Gefangenen erst einmal aus.
 


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Ersteinmal Gratulation für den gelungenen Artikel an den Autor. Die Grundproblematik der Sache wurde ausführlich dargestellt und auf evtl noch folgende Problematiken hingewiesen. Ein tiefgründig- und weitsichtig gestalteter Artikel.
Zu der Problematik Guantanamo an sich, auch Bagram bzw Abu Grahib oder andere durch die USA weltweit unterhaltenen "Haftanstalten", um Ihr altes weltweite Ansehen nach der stümperhaften Präsidentschaft eines Texanischen Cowboys wieder herzustellen sind sie gezwungen rechstaatliche Prinzipien den Vorrang zu geben.
Nach einer Aussage "Wer die USA vor Guantanamo nicht gehasst hat, danach tut er es mit Sicherheit"wird es nicht unbedingt leichter werden um eine Annäherung an den Islam.
Jedenfalls muss man den Inhaftierten eine Rechtstaatliche Rechtsprechung zukommen lassen um den bereits entstandenen Schaden nicht noch weiter auszubauen.
Die Zukunft wird zeigen ob der Weg in dieser Hinsicht der richtige ist den Mr Obama geht und es wird auch noch genügend Gesprächsstoff für diese Thematik geliefert werden.

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