„Nicht den großen Greueln gilt daher diese Darstellung – jenen Greueln, die ohnehin schon vielfach geschildert wurden (ohne deshalb allenthalben auch geglaubt worden zu sein) -, sondern den vielen kleinen Qualen oder, mit anderen Worten, der Frage: Wie hat sich im Konzentrationslager der Alltag in der Seele des durchschnittlichen Häftlings gespiegelt?“
Viktor E. Frankl wird am 26. März 1905 in Wien geboren und studiert nach seiner Matura Psychologie. Bis 1938 arbeitet er als Psychologe in einer Wiener Psychiatrischen Klinik, nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland darf er nicht mehr praktizieren. Im Alter von 37 Jahren wird er 1942 von den Nazis deportiert und durchläuft eine Odyssee durch die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Er erlebt 1945 die Befreiung durch die Amerikaner und gehört zu denjenigen, die Zeugnis ablegen können über den Holocaust. Es gibt viele wichtige Beschreibungen von Überlebenden der Konzentrationslager. Viktor E. Frankls Niederschrift ist eine psychologische Dokumentation.
Das Unverständliche verstehbar machen
Schritt für Schritt beschreibt er die Stationen, die ein Häftling im KZ durchläuft und dringt in die Tiefen seiner Gefühle vor. Unter Überschriften wie „Die erste Phase: Die Aufnahme ins Lager“ wird der Leser mit auf den „Bahnhof Auschwitz“ genommen, in die erste Selektion, dann Desinfektion. Überlegungen über die „nackte Existenz“ folgen Selbstmordgedanken. In den weiteren Kapiteln weicht die Ungläubigkeit über soviel unvorstellbares Grauen dem Alltag, der sich tatsächlich in das Lagerleben einschleicht. Doch dieser ist trügerisch, denn die Häftlinge sind ständig von Hunger und Tod bedroht.
Nicht auffallen
Was bleibt ist die Hoffnung, die sich die Häftlinge selbst machen. Sie hoffen auf ein Wiedersehen mit ihren Angehörigen: „Ich erfasse, dass der Mensch, wenn ihm nichts mehr bleibt auf dieser Welt, selig werden kann – und sei es auch nur für Augenblicke-, im Innersten hingegeben an das Bild des geliebten Menschen.“ Sie träumen „von Brot, von Torten, von Zigaretten und von einem guten, warmen Wannenbad.“



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Ah ja.
die hühner
Felix Krebs