Beitrag von Gabriele Nandlinger (blick nach rechts) Politisch fragwürdig - Bundesvize der Piratenpartei gibt „Junger Freiheit“ ein Interview.

von Gabriele Nandlinger - 15.09.2009

Weitere Informationen über die "Junge Freiheit" finden Sie auf www.bnr.de/category/stichworte/junge-freiheit

Ausgerechnet in der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ scheint die neugegründete Piratenpartei ein Forum zu suchen. So ist der Bundesvize der Piratenpartei Andreas Popp mit einem Interview in der aktuellen Ausgabe der „Jungen Freiheit“ vom 11. September vertreten.

Nachdem Blogger diesen Sachverhalt kommunizierten und darauf folgend heftige Kritik an Popp geäußert wurde, ruderte dieser zurück. Er habe eine „eilige Interviewanfrage“ der „Jungen Freiheit“ erhalten, die er dem Vernehmen nach nicht kannte. Der Eintrag bei „Wikipedia“ über die JF genügte Popp dann offensichtlich, sich ein Bild über die in Berlin erscheinende rechtsgestrickte Wochenzeitung zu machen und das Interview zu autorisieren.

Einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge hat der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Jens Seipenbusch seinen Stellvertreters deswegen nur halbherzig kritisiert. Dieser habe sich schließlich im JF-Interview „ausdrücklich von rechten Parteien“ distanziert und das Ausschlussverfahren gegen ein Mitglied der Piratenpartei verteidigt, das Verständnis für Holocaust-Leugner gezeigt habe.

Allerdings hält Popp ja gerade dieses Parteimitglied nicht für „einen Rechten“, wie er gegenüber der „Jungen Freiheit“ ausführte. Sondern der sei „vielmehr jemand, der gerne provoziert“, so Popp. Nun hat sich dieses Mitglied unmissverständlich geschichtsrevisionistisch und antisemitisch geäußert und sich unter anderem ausgerechnet auf den verurteilten Holocaust-Leugner Germar Rudolf berufen. Aber möglicherweise ist Rudolfs Vita ja dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Piratenpartei ebenso unbekannt.

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Der Piratenpartei fehlt die Medienkompetenz


Channel: Gegen Rechts  
AutorIn: Gabriele Nandlinger  

ja.. traurig einfach! wenn

Bild von krischan

ja.. traurig einfach! wenn eine ehemalige volkspartei sich mit so etwas beschäftigt, muß es wirklich schlimm um sie bestellt sein!!

@ brigitte zypries:

genau diese borniertheit, wie sie sie in u.g. artikel an den tag legen, treibt die leute zu den piraten. vor 10 jahren wurde zwar von allen etablierten parteien vollmundig das informationszeitalter ausgerufen, wohl aber nur, weil sich am neuen markt damit einige für kurze zeit eine goldnene nase verdienen konnten. seit dem platzen der internetblase beweisen sie jedoch nur, daß sie nicht mal ansatzweise verstanden haben, was das für die zukunft bedeutet, und welche politischen schritte dabei nötig sind. sie sind ja auch immer noch dabei, an den problemen der 80er und 90er jahre rumzudoktorn, und das nachhaltig erfolglos. finanzkrise? verschlafen! ...

fragen sie sich lieber selbst, warum die volkspartei spd zur kleinpartei schrumpft, statt schlecht über die piraten zu reden, von denen sie offenkundig auch nichts verstehen.

klarmachen zum ändern! ahoi

http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-pirat...

pro piraten

Bild von piraten interessierter

Ihr versucht die JF als rechtslastig zu diffamieren. Wenn Ihr Links seid, dann sind wir halt rechts. Und wir distanzieren uns von NPDVU. Ihr hingegen nicht von der SED oder von der Linksfaschistischen Roten Hilfe. Die JF bringt wenigstens reale Themen anstatt billiger Politpropaganda ala SPD Junge Welt. Die Piraten machen Bürgerpolitik anstatt sich die Politik zur Beute zu machen. Ich trete aus meiner Partei aus und werde Pirat.

Was ist eigentlich so

Bild von Zuzanna

Was ist eigentlich so schlimm, einer "rechtslastigen" Zeitung ein Interview zu geben? Da finde ich es peinlicher, dass sich SPD- und andere Politiker von der Bild interviewen lassen.

Einer jungen Partei

Bild von Thorsten

Einer jungen Partei passieren Fehler, die einer ehrwürdigen Partei vielleicht nicht mehr passieren... Leider gibt es immer wieder Ausnahmen, in jeder Partei.

Die politischen Fehler der SPD der letzten Jahre sind leider von wesentlich größerer Bedeutung für die Bevölkerung, als ein Interview.

Und gerade Vorwärts sollte sich heute, da nicht mit Ruhm bekleckert, besser zurückhalten...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649386,00.html

"Er hat Autobahn

Bild von Bernd

"Er hat Autobahn gesagt."

Gabi, wenn es ein Problem ist, dass Andi Popp in angeblich rechtslastigen Blättern klare Aussagen zur Piratenpartei transportiert, dann solltest Du ihn für den Vorwärts interviewen. So könnt Ihr aktiv gegensteuern.

Andi ist Mitglied des Bundesvorstandes, der das Mitglied mit den "unmissverständlich geschichtsrevisionistisch und antisemitisch" Aussagen seiner Parteiämter enthoben und ein Ausschlußverfahren angestrengt hat. Wie soll der Vorwärts jemals an Format zurückgewinnen, wenn Du diese maßgeblichen Tatsachen nicht erwähnst?

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