
Martin Stadelmaier ist seit 2003 Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, außerdem Vorsitzender des Vorstands des Mainzer Medieninstituts, Mitglied des ZDF-Fernsehrats sowie Mitglied des Beirats der Bundesnetzagentur.
Sozialdemokratische Netzpolitik
Vorteile des Jugendmedienschutzstaatsvertrags
Kritik am Jugendmedienschutzsstaatsvertrag
Diskussion in der Öffentlichkeit
vorwaerts.de: Warum polarisiert Netzpolitik?
Stadelmeier: Medien- und Netzpolitik spielt eine immer wichtigere Rolle für die Gesellschaft. Durch die Möglichkeit, sich zeitgleich und weltweit auszutauschen, entsteht eine neue Kommunikationsform, die mit den klassischen Medien nicht möglich war. Datenaustausch, schnelle Kommunikation und Meinungsbildung – das zieht die Politik an und macht die Netzpolitik spannend.
In der Sozialpolitik steht die SPD als Arbeiterpartei eher auf Seiten der Arbeitnehmer. Wo steht sie in der Netzpolitik? Gehört sie zur digitalen Avantgarde?
Medien- und Netzpolitik hat viele Felder – von der klassischen Rundfunk- und Presseregulierung, über Frequenzpolitik bis zur Regulierung im Internet. Die SPD muss, wie in anderen Politikfeldern auch, dafür sorgen, dass unterschiedliche Interessen zu gesellschaftlich vernünftigen Lösungen zusammengeführt werden.
Was sind die dringendsten Aufgaben für eine sozialdemokratische Netzpolitik?
Die digitale Schere in Deutschland zu schließen – das müssen wir als Erstes angehen. Das fängt natürlich an bei leistungsstarken Glasfasernetzen überall in Deutschland, die zu einer Grundversorgung für digitale Inhalte notwendig sind. Dazu gehört aber auch die Durchsetzung von Netzneutralität, also die Verhinderung von Beeinträchtigungen des Datentransports. Und viele Fragen, die in der analogen Welt geregelt sind, Stichworte Kriminalität, Urheberrecht, Wirtschaftsverkehr, müssen für die digitale Welt passgenau gemacht werden.
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