Ausstellung in der Akademie der Künste Mona Hatoum erhält Käthe-Kollwitz-Preis

Der mit 12.000 Euro dotierte Käthe-Kollwitz-Preis geht in diesem Jahr an die britisch-palästinensische Performancekünstlerin Mona Hatoum. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury das vielfältige Gesamtwerk Hatoums, in dem der „zwischen Gewalt, Macht und Verletzlichkeit stehende menschliche Körper den zentralen Bezugspunkt einnimmt.“

Mona Hatoum wurde 1952 in Beirut geboren und lebte ab 1975 in London, wo sie an der Byam Shaw School of Art und der Slade School of Art Kunstwissenschaft studierte. Seit 1986 lehrt sie an unterschiedlichen Hochschulen in London, Maastricht, Paris und Devon. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt sie im Jahr 2000 den Georg Maciunas-Preis der Stadt Wiesbaden und 2004 den Sonning-Preis der Universität Kopenhagen.

Ihre libanesische Herkunft aufgreifende Konzeptkunst wurde erstmals 1989 in zwei Einzelausstellungen in London und Montreal präsentiert. In den neunziger Jahren wendete sich Hatoum verstärkt der Interaktionskunst zu und versuchte, über raumgreifende Installationen den Zuschauer intensiver in das künstlerische Erleben einzubeziehen. Wie etwa in ihrer Ausstellung „Deep Throat“ aus dem Jahre 1996, griff sie dabei häufig auf Alltagsgegenstände zurück, die in dem Betrachter Erinnerungen wachrufen, ihn aber zugleich auch irritieren und gar bedrohen sollen.

Irritierend mit einem verspielten Hang zum Humor

Bislang wurde das Werk von Mona Hatoum in dreißig Ausstellungen hauptsächlich in Europa und Nordamerika der Öffentlichkeit vorgestellt, wodurch Hatoum weit über fachwissenschaftliche Kreise hinaus große Bekanntheit als renommierte Performancekünstlerin mit einem teils verspielten Hang zum Humor gewann.

Der Käthe-Kollwitz-Preis bildet nun eine würdige Honorierung ihres langjährigen Schaffens. Der Preis, der an eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts erinnert, wird seit 1960 jährlich von der Akademie der Künste vergeben. Im Hinblick auf Käthe Kollwitz (1867-1945), deren umfangreiches Oeuvre immer wieder auch sozialkritische Ansichten aufgriff und die sich bis 1933 politisch für die SPD engagierte, wird der nach ihr benannte Preis nicht nur künstlerisch herausragenden Persönlichkeiten, sondern häufig auch politisch aktiven Künstlern verliehen. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem Willi Sitte, Theo Balden und Hede Bühl für Werk und Wirken ausgezeichnet.
 

Ausstellung ab Juli in der Akademie der Künste
Seit 1992 wird der Käthe-Kollwitz-Preis von der Kreissparkasse Köln als Trägerin des Käthe Kollwitz-Museums der Rheinmetropole mitfinanziert. Neben dem Preisgeld ist mit der Vergabe dieser Auszeichnung eine Sonderausstellung verbunden. Der diesjährige, fünfzigste Kollwitz-Preis wird Mona Hatoum am 30. Juli verliehen werden, ab dem Folgetag wird eine Auswahl ihres Werkes in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin ausgestellt werden. Diese Ausstellung wird bis zum 5. September 2010 gezeigt.
 

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