Streit um Köhler-Nachfolge Merkels unwürdiges Gezerre

von Lars Haferkamp - 03.06.2010
Die Kanzlerin schafft es offensichtlich nicht einmal mehr, ihre eigene Partei von ihrer Kandidatin Ursula von der Leyen zu überzeugen. Ein Armutszeugnis. Mit dem schwarz-gelben Geschacher wird das Amt des Bundespräsidenten weiter beschädigt. Ein Kommentar von Lars Haferkamp.

Gestern wurde Ursula von der Leyen noch als Top-Favoritin für das Bundespräsidentenamt gehandelt. Heute morgen beherrschte von der Leyen die Titelseiten der Zeitungen. Heute Mittag nun berichten die Medien übereinstimmend, sie sei „aus dem Rennen“. In der CDU habe es Widerstand gegeben. Aus den Ländern, aber auch auf Bundesebene. Angela Merkel ist offensichtlich zu schwach, ihren Personalvorschlag in den eigenen Reihen durchzusetzen.

Wohlgemerkt: In den eigenen Reihen, also in der CDU. FDP und CSU haben nämlich erklärt, keinen eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen und der CDU den Vortritt zu lassen. Damit hat Merkel zwei große Probleme weniger als bei der Wahl Köhlers: 1. Sie muss keinen Kompromisskandidaten finden, den beide Koalitionspartner unterstützen. Sie hat also nicht das Problem wie 2004 mit Wolfgang Schäuble, den die CSU unbedingt durchsetzen und die FDP unbedingt verhindern wollte. 2. Merkel hat eine breite schwarz-gelbe Mehrheit in der Bundesversammlung, muss also nicht auf die letzten Zweifler in den eigenen Reihen Rücksicht nehmen.

Und trotz dieser Auslage schafft es Merkel nicht, ihre eigene Kandidatin durchzusetzen? Ein Armutszeugnis. Ein Autoritätsverfall ohne gleichen. Wie viel Tage braucht die Regierungschefin, ihre Partei von ihrem eigenen Personalvorschlag zu überzeugen? Wie viel Gespräche und Debatten sind noch nötig?

Mit dem unwürdigen Gezerre in den eigenen Reihen beschädigt die Union einmal mehr das Amt des Bundespräsidenten. Und nicht nur damit: Der erneute Versuch, wieder eine schwarz-gelbe Lösung durchzudrücken statt einen überparteilichen Konsens zu suchen, beschädigt das Amt und seine Autorität weiter. Statt aus dem Fehler mit Köhler zu lernen, nun also das gleiche Spiel von vorne: die Bundespräsidentenwahl als schwarz-gelbe Machtdemonstration, Parteitaktik vor Staatsräson.

Aber genau das ist ja das Motto von Angela Merkel und ihrer Koalition - und zwar vom ersten Tag an: Erst die Partei, dann das Land. Armes Deutschland!

 

 

vorwärts.de fragt seine Leser: Soll die SPD einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufstellen? Hier gehts zur Umfrage...

 

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Merkel und die Suche nach BP!

Bild von Naneba

tja,Frau Merkel will,wieder eine Taktik anwenden,aber wie es so aussieht,beschädigt sie das höchste Amt im Staat nochmals,denn Köhler war ja,trotz Kauf unbequem für Sie!

Die "neue"(wievielte) Geschlossenheit der Koalition,das sollte schnell sichtbar werden.

Mir kam es gestern schon vor,als wäre es Angela Bohlen!

Ursula,mit Vitamin B12,damit kann man Rüttgers schnell ducken,den Arbeiterführer,usw.

Nun ist eben Wulff im Gespräch,Deutschlands liebster Schwiegersohn,mal sehn,gleich,machts Merkel selbst,dann wird sie auch nicht kritisiert.

Das höchste Amt im Staat wird von der Bundeskanzlerin beschädigt,eine Schande.

Unwürdiger Beitrag

Bild von Anonymous

Der Beitrag ist ja höchst tendenziös: soll er etwa darüber hinweg täuschen, dass der SPD-Kandidat achso überparteilich ist? Das wahre Armutszeugnis ist doch, dass die SPD ängstlich alles daran gesetzt, irgendeinen Kandidaten zu finden, der sie nur nicht in die Nähe der Linkspartei bringt. Natürlich aus ganz würdigem Nicht-Gezwerre...

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