Atomkraft Mehrheit will am Atomausstieg festhalten

von Karsten Wiedemann - 15.07.2009
Eine Mehrheit der Deutschen will am Atomausstieg festhalten. In einer aktuellen Forsa-Umfrage sprachen 50 Prozent gegen längere Laufzeiten aus, 44 Prozent stimmten dafür. Aus dem niedersächsischen Atommüllager Asse wurden unterdessen neue Lecks gemeldet.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa für das  Magazin "Stern" sprachen sich 50 Prozent der Befragten dafür aus, wie vereinbart bis zum Jahr 2021 aus der Kernenergie auszusteigen. 44 Prozent wollen, dass die Atomkraftwerke länger als geplant laufen.

Der SPD-Politiker und Umweltexperte Hermann Scheer warnte nach der Pannenserie im vom Energiekonzern Vattenfall betriebenen AKW-Krümmel vor den Gefahren der Kernkraft.
"Es darf nicht der entscheidende Fehler passieren. Dann ist es aus", sagte Scheer im WDR. Ein solcher Fehler könne einen GAU auslösen, der ganze Wirtschaftsregion praktisch unbewohnbar machen würde. Im dicht besiedelten Deutschland wäre das "absolut katastrophal", so Scheer.

Der SPD-Politiker betonte, die Atomkraft sei nicht fehlerfrei. Er verwies auf das verseuchte niedersächsische Atommülllager Asse. Am Dienstag war bekannt geworden, dass erneut an mehreren Stellen radioaktiv belastete Lauge eingesickert ist. "Dort hieß es 30 Jahre
von allen Wissenschaftlern aus der Atomtechnik, die in den großen deutschen öffentlich bezahlten Atomforschungszentren gearbeitet haben: Es ist absolut sicher, das ist knochentrocken. Das erfüllt alle Voraussetzungen für tausende von Jahren." Dies sei widerlegt worden, so Scheer.

Bundesamt für Strahlenschutz: Asse-Zustand "unzumutbar"

Der  Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz Wolfram König bezeichnete die zustände im Atomlager Asse als unzumutbar. Täglich dringe Grundwasser in das Lager
ein. Es sei nicht klar, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks noch gewährleistet sei, sagte König im Deutschlandfunk. "Die eigentliche Herausforderung, vor der wir stehen, ist die sichere Schließung des Bergwerkes." Bis dahin seien weitere Vorfälle nicht
auszuschließen.  
 

 

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Channel: Umwelt und Energie  
Bundesland: Niedersachsen  
AutorIn: Karsten Wiedemann  

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