Das kennt die 35-jährige Diplomfinanzwirtin aus eigener Erfahrung, seit sechs Jahren in der SPD – vier Jahre davon in der Kommunalpolitik. Als Fraktionsvorsitzende in der Schweriner Stadtvertretung errang sie bundesweite Aufmerksamkeit, als sie sich hartnäckig für die Aufklärung des Hungertods der kleinen Lea-Sophie einsetzte.
Im Oktober 2008 wurde sie Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Seitdem hat sie die Investitionen für frühkindliche Bildung erhöht und den Etat für Kitas um 15 Prozent gesteigert, ein Erinnerungssystem für Vorsorgeuntersuchungen eingerichtet, Mittel für mehr Familienhebammen und ein Kompetenzzentrum Kinderschutz eingeworben. Nun soll sie auf oberster Ebene Verantwortung in der Partei übernehmen. „Ich bin niemand, der sich in schwierigen Zeiten wegduckt“, zeigt sich Schwesig kämpferisch, „und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um mitzuhelfen, die SPD wieder als linke Volkspartei nach vorne zu bringen“.
Unterschätzen sollte man die gebürtige Brandenburgerin nicht. So kritisierte sie den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP scharf. „Statt den Aufbruch in eine soziale und moderne Familienpolitik zu wagen, schickt Schwarz-Gelb sie zurück ins Gedöns.“ Die Familienpolitik ist Manuela Schwesig, selbst Mutter eines zweijährigen Sohnes, ein besonderes Anliegen. Als Sozialministerin forderte sie bereits nach ihrem Amtsantritt transparente und gerechte Hartz-IV-Regelsätze für Kinder. „Mehr Chancengleichheit für Kinder, frühe Unterstützung für Familien und die Bekämpfung der Kinderarmut liegen mir besonders am Herzen.“
Letztlich sei dies auch eine der zentralen Aufgaben, denen sich die SPD in Zukunft stellen muss. „Wir müssen eine klare Antwort auf die Frage finden, was für uns soziale Gerechtigkeit im Zeital-ter der Globalisierung ist, und wie wir Menschen wieder den Glauben an sozialen Aufstieg geben können“, fordert die designierte Vize-Vorsitzende. Dafür sei es auch wichtig, die Basis künftig stärker einzubinden. „Die Genossen vor Ort müssen mitentscheiden dürfen, denn nur dann werden sie mit breiter Brust SPD-Politik vertreten.“
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