Nächste Versammlung der SPD Sendling:
Gast: MdP und Haushaltsexperte Ewald Schurer
Ort: Gaststätte "Pschorrkrug"
Daiserstraße/Ecke Oberländerstraße in Sendling
Ort: 21. Juli, um 19.30 Uhr
Die bekannte Finanzexpertin und Brigitte-Kolumnistin Helma Sick referierte einleitend: "Altersarmut hört sich schrecklich an. Vor allem wollen sich Frauen mit dem Thema kaum beschäftigen". Doch gerade Frauen sollten sich mit dem wichtigen Thema auseinandersetzen. Denn sie sind durch Teilzeitstellen, Arbeitsunterbrechungen wegen Elternzeit und durch niedrigere Bezahlung häufiger von Armut im Alter betroffen als Männer. "Armut im Alter ist leider vornehmlich weiblich!", so die Sick.
Nur geringe Rente für Frauen
"Auch wenn das Wort 'Altersvorsorge' so unschön mit 'Alter' anfängt und mit 'Sorge' aufhört, sollte keine Frau diesem Thema aus dem Weg gehen", fuhr sie fort. Denn die durchschnittliche Rente von Frauen in Bayern liege bei 430 Euro im Monat. Das sei nicht einmal halb so viel wie die der Männer – und dabei werde das Leben im Alter nicht billiger. Viel zu viele Frauen seien sich der Gefahr der Altersarmut nicht bewusst und vertrauten darauf, im Alter vom ihrem Ehemann versorgt zu werden. "Dies ist allzu häufig ein Trugschluss, denn es ist bekannt, dass rund die Hälfte aller Ehen geschieden werden", so Sick weiter, "deswegen sollen Frauen sich selbstständig um eine gute Altersvorsorge kümmern."
Ungleichheit auf allen Ebenen
Doch nicht nur an die Frauen, sondern auch an die Politik appellierten sowohl die Referentin als auch die Vorsitzende der Sendlinger SPD, Isabelle Schuppener. "Abgeordnete müssen sich viel mehr dem Thema Frauenerwerbstätigkeit und Armutsvorsorge widmen", sagte Sick. Schuppener fügte hinzu: "Dass in unserem Land Frauen für die gleiche Arbeit wie Männer im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn erhalten, ist eine nicht hinzunehmende Ungerechtigkeit! Hier muss der Gesetzgeber Gerechtigkeit herstellen!"
Sick kritisierte auch das Steuerrecht. Es sei ein Skandal, dass wir alle mit unseren Steuern das Ehegattensplitting mitfinanzierten, das Ehepaare mit einem gut verdienenden Mann und einer nicht berufstätigen Frau finanziell auch noch für diese altmodische Rollenverteilung belohne, selbst wenn das Paar keine Kinder habe.
Nach dem Vortrag blieb den Gästen noch genug Zeit, ihre Fragen zur Altersvorsorge zu stellen. Isabelle Schuppener freute sich über das große Interesse: "Die EU hat im Jahr 2010 die Bekämpfung der Armut in den Vordergrund gestellt. Deswegen widmen wir uns im Sendlinger SPD-Ortsverein diesem Thema und planen noch weitere Veranstaltungen dazu."
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