„In Kopenhagen muss die Staatengemeinschaft zeigen, ob sie in der Lage ist, weltweite Verantwortung zu übernehmen“, sagte Machnig am Donnerstagabend beim Auftakt zur Konferenz „Grüner Aufschwung. Weichenstellung für ein nachhaltiges Wachstum?“. Komme es im Dezember zu keiner verbindlichen Einigung, drohe eine ernste Krise des Multilateralismus. „Wir müssen raus aus der Mikado-Politik“, forderte der ehemalige Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Das Motto „Wer sich zuerst bewegt, verliert“ müsse endlich durchbrochen werden. „In Zukunft müssen sich alle bewegen.“
"die dritte industrielle Revolution"
Beim Klimagipfel müssen aus Machnigs Sicht vier Fragen beantwortet werden. Zum einen sei es wichtig, sich auf die weltweite Halbierung des CO2-Ausstoßes bis 2050 zu verständigen. Für die Industrienationen bedeute dies noch weiter reichende Anstrengungen. Zum anderen müsse ein Programm für Technologietransfer und Anpassungsmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Bei der Finanzierung müssten die Industrieländer den Entwicklungsländern unter die Arme greifen. Und schließlich müssten die Strukturen, mit deren Hilfe Gelder verteilt werden, überarbeitet werden. „Das Prinzip ‚Wer viel zahlt, entscheidet auch viel’ muss geändert werden“, forderte Machnig.
Gelinge in Kopenhagen der Wechsel – Machnig sprach von einer „dritten industriellen Revolution“ – könne auch die Wirtschaft profitieren. Die Frage nach dem besten Wirtschaftsstandort entscheide sich künftig am Grad der Energieeffizienz. „Das Land, das Nachhaltigkeit und Wachstum zusammenbringt, wird künftig die größten Wettbewerbsvorteile haben“, prognostizierte der thüringische Wirtschaftsminister. Auf diese Weise könne die Klimadebatte zu einer Chancendiskussion werden. Voraussetzung sei jedoch eine Einigung im Dezember: „Kopenhagen kann nur dann ein Erfolg werden, wenn sich alle beteiligen.“
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