Die Erwartungen waren riesig, die Enttäuschung ist es noch viel mehr. Zwei Wochen rangen im Dezember Vertreter von 192 Staaten in der dänischen Hauptstadt um eine gemeinsame Strategie gegen den Klimawandel. Und auch wenn zeitweise für die UN-Klimakonferenz der Ausdruck „Hopenhagen“ geprägt wurde, blieben sie letztlich erfolglos.
Lediglich eine politische Erklärung, der „Copenhagen Accord“, wurde formuliert, nach dem sich die UN bei ihren Klimaschutzbemühungen an der Leitplanke von maximal zwei Grad globaler Erwärmung orientieren. Rechtlich bindende Schritte oder gar verbindliche Reduktionsziele bei klimaschädlichen Gasen wurden nicht vereinbart.
Klimavertrag als „Nagelprobe“ für die UNO
„Gemessen an den Zielen ist das Ergebnis von Kopenhagen ernüchternd und beschämend“, kommentierte so auch Klaus Müschen auf der Potsdamer Klimakonferenz den Gipfel. Positiv bewertet der Leiter der Abteilung „Klimaschutz und Energie“ im Umweltbundesamt zwar die Formulierung des Zwei-Grad-Ziels, allerdings reichten die Maßnahmen dafür bei weitem nicht aus. „Wir müssen den Ausstoß der Treibhausgase weltweit halbieren und bis 2020 eine Trendwende erreichen.“
Für Müschen offenbart das Scheitern des Klimagipfels allerdings auch eine tief greifende Krise der Staatengemeinschaft. „Es ist offenbar schwierig, die unterschiedlichen Interessen der Staaten unter dem Dach der Vereinten Nationen zusammenzubringen.“ Eine bindende Klimavereinbarung beim Gipfel in Mexiko im Dezember dieses Jahres sei somit auch eine „Nagelprobe“ für die UNO.
Lösung ohne die Staatengemeinschaft?
Im Zweifelsfall könnte es jedoch auch ganz ohne die Staatengemeinschaft gehen. Statt auf die Vereinten Nationen zu setzen, könnten sich auch kleinere Staatenverbände zu spontanen Allianzen zusammenfinden. Von einer „G2“ aus China und den USA sprach beispielsweise der Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber. „Die EU, die in Kopenhagen schwer getroffen wurde, muss dann der dritte Partner werden“, forderte er.
Trotz des ernüchternden Gipfelergebnisses sieht Schnellnhuber noch Chancen auf einen verbindlichen Vertrag in Mexiko. „Das Spiel ist noch nicht zu Ende.“ Allerdings werde die Zeit immer knapper. Denn trotz der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen geringeren CO2-Emissionen verlangsame sich die globale Erwärmung nicht. Auch die vereinbarte Erwärmungsobergrenze von zwei Grad sei „keine perfekte Sicherheitslinie“, sondern nur ein „Kompromiss mit der Natur“. Es gelte daher nach wie vor: „Jedes Jahr zählt.“
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