Die Unzufriedenheit war groß unter den rund 70 Teilnehmenden, darunter auch zahlreiche Aktive aus Bürgerinitiativen. Das größte Problem sei vor allem die mangelnde Zusammenarbeit zwischen dem Land, dem die Gebäude gehören, und der Stadt Frankfurt, welche das Planungsrecht innehat.
Landesregierung mit Pokerface
Die pokernde Hinhaltetaktik der Landesregierung bei der Veräußerung der Grundstücke und die zermürbende Vorläufigkeit und Unentschiedenheit sämtlicher Planungsüberlegungen zur Nutzung und Bebauung des Areals waren die größten Kritikpunkte. Angesichts fortschreitender Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gewerbetreibenden wurde vor dem schleichenden Niedergang eines ganzen Stadtteils gewarnt.
„Die Landesregierung trägt auch Verantwortung für eine zeitnahe, erfolgreiche kommunale Stadtentwicklung, insbesondere in einem Ballungszentrum wie Frankfurt am Main“, unterstrich Gernot Grumbach, Vorsitzender der SPD Frankfurt: „Beim Thema Campus Bockenheim blockieren sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt seit langem gegenseitig - auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger“.
Lebendigkeit durch Kultur und Kunst
Weithin im Einklang mit Positionen, die die SPD-Bockenheim und SPD Westend vertritt, forderten viele Teilnehmer ein kulturelles Zentrum rund um das Gelände des Bockenheimer Depots – mit einer freundlich-einladenden Platzgestaltung und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst als Kern. Gerd Mangel erläuterte die laufenden Planungen und Projekte
aus der Sicht des Senckenbergmuseums. Das erweiterte Museum inklusive des neuen Planetariums werde ein Publikumsmagnet sein und das neue Quartier lebendig machen.
Soziales Wohnen
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Römer, Anna Latsch, nahm Forderungen aus dem Kreis der Bürgerinitiativen auf. Ein „Bürgergutachten“ könne erstellt und der Fraktion vorgelegt werden. Die Initiative Zukunft Bockenheim forderte vor allem sozialen Wohnraum zu schaffen. Der SPD-Stadtverordnete Günter Dürr fügte hinzu, dass auch fortschrittliche Projekte für gemeinschaftliches Wohnen an diesem Standort sinnvoll seien.
Durchdachte Denkmalspflege
Eine große Mehrheit der Teilnehmer sprach sich für eine sinnvolle Zwischennutzung einiger der Gebäude aus. Denkmalschutzkriterien sollten behutsam angewendet werden. Nicht jedes Gebäude, auch wenn es von bekannten Architekten stamme, sei uneingeschränkt erhaltenswert, was oft sogar der Auffassung des betroffenen Architekten selbst entspreche.
Die ehemalige Dondorf-Druckerei sei allerdings unbedingt zu erhalten, betonte der Leiter der SPD-Arbeitsgruppe zur Zukunft des Campus-Bockenheim, der Dipl.-Ingenieur Bauwesen Lutz Könings: „Das Dondorf-Gebäude steht von seiner bestehenden Substanz her beinahe jeder weiteren Nutzung offen.“ Auch der Erhalt des Studierendenhauses stelle sicher, dass die universitäre Geschichte des Areals um die Bockenheimer Warte künftig erlebbar sei, erläuterte Martin Völker, Vorsitzender der SPD Bockenheim I.
Transparenz und Informationstransfer
Mit dem offenen Bürgergespräch wollten die Ortsvereine die Transparenz schaffen, die ihnen seit geraumer Zeit im Brennpunkt Bockenheim fehlt. Völker sowie die Vorsitzenden der anderen Ortsvereine, Jan Pasternack und Niels Joeres bekräftigten: „Gerade auch die Frankfurter SPD steht für mehr Mitbestimmung und Transparenz im Sinne der partizipatorischen Demokratie“.
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