Rezension, Kramp/Weichert: „Die Meinungsmacher" Hauptstadtjournalismus im Niedergang

Hoffmann und Campe Verlag
von Dorle Gelbhaar
Die Nachrichten jagen einander. Der seriöse politische Journalismus bleibt auf der Strecke. Wie der politische Hauptstadtjournalismus in Deutschland agiert, darüber debattieren Leif Kramp und Stephan Weichert in ihrem Buch „Die Meinungsmacher. Über die Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus“.

Als die Hauptstadt aus Bonn nach Berlin umzieht, beginnt der ganze Ärger. Die saubere Trennung von seriösem Informations- und Boulevardgeschäft geht verloren. Die Hauptstadtjournalisten gehen auf die Jagd nach kommerziellem Erfolg und setzen auf gut absetzbare Themen. Sie halten nicht mehr inne, nähern sich Tabu-Themen wie etwa dem Privatleben der Politiker. Die High-Society-Journalisten inszenieren sich selbst als Teil des Politikbetriebs. Sehen und Gesehen werden, das wird plötzlich wesentlich. Die Distanz zwischen Politik und Politjournalismus schwindet. Das sei auch ähnlicher Herkunft und ähnlichen Lebensläufen geschuldet, meinen die Autoren, beide Mitarbeiter des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik und an der Macromedia Hochschule für Medien in Hamburg.

One-Way-Journalismus

Des Wurzels Übel sehen Kramp und Weichert, die 35 Hauptstadtjournalisten, Lobbyisten und Kommunikationsberater befragten, unter anderem darin, dass der „Bonner Generalanzeiger“, Leitmedium in der Bonner Republik, in der Berliner Republik keinen wirklichen Nachfolger gefunden hat. „Tagesspiegel“ und „Berliner Zeitung“ präsentierten jeweils nur einen Teil der Stadt und hätten kaum Ausstrahlung auf Gesamtdeutschland. Die digitalen Medien beschleunigten die Berichterstattung dramatisch. Online avanciere den Autoren zufolge „Spiegel-Online“ zum Leitmedium.

Immerhin könnte man meinen, zwei den Ton angebende Tageszeitungen und deren Konkurrenzkampf könnten dafür sorgen, dass Pluralität sich fast von selbst ergäbe. Stattdessen ist vom One-Way-Journalismus die Rede, dem Schreiben nur in eine Richtung. Es sei heute schwerer denn je, sich dem Mainstream, der Hauptrichtung in Themensetzung und Anschauung entgegenzusetzen. Das berge die Gefahr einer „Spirale des Schweigens“, verenge also die für die Demokratie notwendige Meinungsvielfalt.

Nur dem Umzug geschuldet?

Recherche wird zur bloßen Jagd auf Neuigkeiten. Diese werden unter dem sich verschärfenden Konkurrenzdruck immer rarer. Wer erhält die Informationen aus erster Hand und wer bringt sie zuerst auf den Markt? Blogger und Online-Kommentatoren überholen die herkömmlichen Printmedien locker und präsentieren ihre ganz eigenen Sichten. Professionelle Berichterstatter in prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen haben kaum Zeit für aufwändige Recherche. Das alles ist ganz sicher nicht nur ein nationales – dem Regierungsumzug geschuldetes – Problem, sondern weltweit ein Zeichen der Zeit.

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Devoter Journalismus...

Bild von Jürgen E. Gesang

Also wenn es nach mir ginge, Frau Gelbhaar, dann machen Sie aber bitte schön so weiter und nehmen sich dann aber auch einmal die gesamte langweilige Landschaft in D frech vor....

Gar nicht mal so lange her, damals war er knackige und streitlustige 84 Jahre alt, er müsste nun so um die 90 sein. Aber hellwach. Der bissige Georg Kreisler saß in irgendeiner Talk-Runde, und er wurde gefragt, welche Blätter er denn so lese und wie er zur Presselandschaft stehe. Seine ANtwort damals so ungefähr, "...aber die unterscheiden sich doch ALLE durch nichts...alle schreiben das Gleiche". Das sehe und empfinde nicht nur ich schon viel zu lange so...man schaut ja nicht in ein Blatt, sondern in zig andere auch. Kaum zeitgemäße und wirklich unabhängige Schreibe weithin zu erkennen.

Den SPIEGEL kann ich schon lange nicht mehr ernst nehmen in all seiner ungebrochenen Glaubens- Haltung der Ideologie der klassischen Ökonomie gegenüber, WIrtschaft, Wirtschaft über alles, Erhalt der sozialen KLassenunterschiede mit ab und zu mal kecken journalistischen Einwürfen, damit die sich nicht vollends uffregen und vielleicht auch noch frech werden gen Berlin, aber sonst soll das SYstem D bleiben wies ist. Ich denke, Sie wissen es, so wie Millionen andere Deutsche auch.

Mal anders gesagt, Frau Gelbhaar: Die Zeiten waren hier schon mal viel intelligenter, leider aber auch seinerzeit ideologischer´, jetzt aber sind sie ( der gesamte Medienpark inkl. TV und ´Print-Verlage ) nur noch IDEOLOGISCH, und ´zwar im Geiste éines gründlich missversttandenen LIBERALISMUS:

Das geistige KLima, auch mitproduziert von den sich vermeintlich so unabhängig fühlenden Journalisten, empfinde ich - hart aber gerecht gesagt - als devot, feige und konfliktscheu gegenüber den heiligen Oberschichten, gegenüber den Berliner Polit-Kardinälen sowieso.

Und weil diese nicht grad innovativ zu nennenden Klimaverunreinigungen ja fast aller Mitverantwortlichen nur langsam, subtil, zunächst kaum wahrnehmbar übers Land gestreut worden waren, merkten nicht allzu viele die AUsbreitung eines fast masochistischen Verständnisses von einer gestaltenden MITVERANTWORTUNG allgemein. MItgestalten, aber nur im Sinne der aus BE`RLIN verkündeten DOGMENLEHREN. Und diese sind allemal eingeflüstert aus Zirkeln und LObbyisten der Oberschichten.
Kennt man. Und dann Ab und zu mal über so was Wichtiges im engsten Kreise von Gutbetuchten sozusagen "...a Schwätzle holde tun", dann jedoch danach´ wieder eindösen, man ist es leid, es hängt einem wirklich kreuzweise zum Halse raus.

Es ist nicht nur der NIEDERGANG , der in Berlin zu erkennen ist, leider , leider. leider. Er ist schon längst flächendeckend, vielleicht erkennt mans deshalb kaum noch;
denn wenn sich sozusagen alle ähneln bis aufs Haar und bis runter zu den Fußnägeln, und dann aber auch wirklich . sorry, nur noch die schlimmsten Duckmäuser, die peinlichsten Kriecher und Opportunisten auffallen,
ja wie peinlich und grotesk siehts dann mit der vermeintlich " freien Presse" denn wirklich aus im Lande D? ...zum Beispiel im " Grevenbroicher Generalanzeiger " ???, der "WirtschaftsWoche" usw. :):):)

´Viel mehr MUT täte Not.
Ich weiß, dies zu vergleichen ist ein klein wenig comedyhaft, aber na und ? Denn wodurch bitte unterscheiden sich die einstigen UNTERWERFUNGEN unter die Nazi Ideologie gegenüber der seit 20 JAHREN global herrschenden Raffke-Ideologie des Terrors der Verkünder eines so gen, " freien Marktes "... Kannmir mal wer den Unterschied erklären, ohne dass ich´ oder andere SOFORT mit Etiketten wie " olle linke Sau" :):):), " unverbesserlicher sonstwas Gestriger " beklebt wird ? Schnellurteilen, werten und pottfreches ( inhaltloses ) Runterputzen der Kaste dér Oberschichten haben leider schon längst den DISKURS und die AUseinandersetzungen über das WOHIN in D ersetzt...Ebenfalls : LEIDER...

Und man schaupe mal dem einen oder anderem MODERATOR genau aufs Mündchen: Kein intellektuelles Nachhaken zu erkennen. Eia - popeia Journalistik. Mehr nicht...!

recht freundliche Grüße an Sie, Jürgen E. Gesáng, Hamburg

Hauptstadtjournalisten

Bild von Helmut Ockenfels

meines Erachtens eine
wirklich rundum gelungene
Analyse. Da ist man förmlich gespannt, ob das Auswirkungen auf die Journalisten und ihren Umgang mit der Politik hat.

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