Industriepolitisches Konzept Gewerkschaften: Guttenberg nicht wählbar

von Karsten Wiedemann - 17.08.2009
Mindestlöhne kippen, Kündigungsschutz aufweichen, Umweltauflagen streichen, das "industriepolitische Konzept" von Wirtschaftsminister zu Guttenberg sorgt für Aufruhr: "Was Herr zu Guttenberg anstrebt, lässt mich grausen: Arbeitnehmerrechte beschneiden, Mindestlöhne wieder abschaffen und Mehrwertsteuer erhöhen. Was im Guttenberg-Papier steht, führt zu mehr Arbeitslosigkeit" , sagte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Der Auftraggeber will mit dem Papier plötzlich nichts mehr zu haben.

Guttenbergs "industriepolitisches Konzept" sieht unter anderem eine Lockerung des Kündigungsschutzes, das Zurückdrehen von Mindestlöhnen, niedrigere Einkommensteuern sowie Steuervergünstigungen für die Industrie vor. Auch sollen
Klima-Auflagen für Unternehmen gestrichen werden. Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel (SPD) sagte, Guttenberg habe nun sein "neoliberales
Gesicht" gezeigt und sich als "Lobbyist der großen Energiekonzerne" geoutet.

Gewerkschaften: Guttenberg nicht wählbar

Massive Kritik kommt auch aus den Gewerkschaften. Die IG Metall warf Guttenberg vor, er wolle sich "als Abwrackminister von Arbeitnehmerrechten" profilieren. Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, sagte, "Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich selbst abgeschossen. Wenn diese Vorschläge nur ansatzweise zutreffen, dann ist der Shooting-Star der Union nicht wählbar."

Wirtschaftsminister Guttenberg, der das Konzept bei seinen Mitarbeitern im Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat, will nach der massiven Kritik nun mit dem  Konzept nichts mehr zu tun haben. Angeblich sei das Ganze ein unfertiger Entwurf. Ob das endgültige Konzept noch vor der Bundestagswahl veröffentlicht werde, ließ das Wirtschaftsministerium offen.

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AutorIn: Karsten Wiedemann  

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