Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag Gegen das Vergessen

von Redaktion - 26.01.2011
Der Holocaust-Gedenktag hat in Deutschland seit 1996 einen festen Platz – bundesweit finden an zahlreichen Orten am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz Veranstaltungen statt. Eine Übersicht

Der 27. Januar: Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Dieser Ort des Schreckens hat sich als Inbegriff des NS-Terrors durchgesetzt. Der Holocaust-Gedenktag hat in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen einen festen Platz. Seit 1996 wird am 27. Januar der Opfer des nationalsozialistischen Verbrecherregimes gedacht.

Im Deutschen Bundestag wird in diesem Jahr anlässlich des „Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ mit Zoni Weisz ein Vertreter des Sinti und Roma sprechen. Weisz wurde 1937 in den Niederlanden geboren, 1944 deportierten die Nazis seine Eltern und Geschwister nach Auschwitz. Weisz konnte mit Hilfe eines niederländischen Polizisten fliehen und überlebte den Krieg im Versteck und bei Verwandten. Mit Weisz spricht zum ersten Mal ein Vertreter der Sinti und Roma am Holocaust-Gedenktag im Bundestag. Im vergangen Jahr war der israelische Staatspräsident Shimon Peres eingeladen, 2008 der ungarische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Imre Kertész.

Die Gedenkstunde im Deutschen Bundestag wird am Donnerstag um 9.00 Uhr eröffnet und live im Parlamentsfernsehen und im Web-TV auf www.bundestag.de übertragen.

Die Psychologie des Nationalsozialismus

Auch andernorts finden am 27. Januar Gedenkveranstaltungen statt, nachstehend einige ausgewählte Beispiele:

Die KZ-Gedenkstätte Moringen präsentiert gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung ein neues Internetangebot zur lokalen Geschichte und Erinnerungskultur in der Region: die „Topografie der Erinnerung in Südniedersachsen“.

„Warum folgten sie Hitler?“ Die Psychologie des Nationalsozialismus ist Thema eines Forums am 27. Januar in Dortmund ab 19 Uhr im Rathaus am Friedensplatz. Die Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag 2011 wird von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Villigst, der Volkshochschule Dortmund und der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache durchgeführt.

Die Braunschweiger Kammersolisten spielen zum Holocaust-Gedenktag das Streichsextett „Verklärte Nacht“ von Arnold Schönberg (1874-1951) und ein Streichquartett von Erwin Schulhoff (1894 – 1942). Dazu werden Texte und Gedichte des US-amerikanischen Dichters Walt Whitman (1819 1892) vorgetragen.

Die Stadt Idar Oberstein und der Schalom-Verein gedenken der Ärztin Lilli Jahn, die 1944 in Auschwitz starb. Am Göttenbach-Gymnasium gibt es um 19.30 Uhr u.a. unter Mitwirkung von Schülerinnern und Schülern eine Lesung aus dem Briefwechsel der verzweifelten Mutter mit ihren fünf Kindern.

Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart findet am aus Anlass des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz im Otto-Borst-Saal eine Veranstaltung über den SS-Obersturmbannführer Johannes Thümmler, den letzten Gestapo-Chef von Stuttgart statt. Thümmler war auch Chef der Gestapo-Leitstelle Kattowitz in Auschwitz und verurteilte Hunderte von Menschen zum Tode. Es gab eine Reihe von Ermittlungsverfahren, der NS-Verbrecher wurde aber nie rechtskräftig verurteilt.

"Die Kinder kehrten nicht zurück"

Zum Gedenken an die Befreiung des KZs Auschwitz vor 66 Jahren wird im Willy-Brandt-Haus in Berlin der Dokumentarfilm „Die Kinder kamen nicht zurück“ gezeigt. Zu dem Filmabend am 27. Januar um 19.30 Uhr laden der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., das Institut Français Berlin und der Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie ein.

Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert gedenkt jährlich um den 27. Januar mit einer Veranstaltung in ihrem Wahlkreis Tempelhof Schöneberg der NS-Opfer und ihrer Leiden. In diesem Jahr findet die Gedenkveranstaltung mit der SPD-Politikerin am Sonntag, den 30. Januar um 13.00 Uhr vor dem Haus Schwäbische Straße 25 in Berlin-Schöneberg statt. An der Hausfassade wurde im Jahr 1997 von der Hausgemeinschaft eine Steintafel zum Gedenken an die 28 jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die im Alter von 20 bis 84 Jahren ab 1942 von dort aus in die Todeslager der Nazis deportiert wurden, angebracht.  Die Zeitzeugin Rahel R. Mann, die als jüdisches Kind durch die Hilfe von Nachbarn überleben konnte, ist anwesend und trägt Texte vor.

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