Am 22. August 2010 lockte die Veranstaltung „ISTAF BERLIN 69. Internationales Stadionfest“ Sportfans ins Berliner Olympiastadion, wo ein abwechslungsreiches Programm auf sie wartete: bei den Frauen 100 m-Lauf, 400 m-Lauf, 800 m-Lauf, 100 m-Hürdenlauf, Hochsprung, Speerwurf und Hammerwurf sowie bei den Männern 100 m-Lauf, 400 m-Lauf, 800 m-Lauf, 1.500 m-Lauf, 3.000 m-Lauf, 110 m-Hürdenlauf, Stabhochsprung, Weitsprung, Diskuswurf und Kugelstoßen. Dabei trafen fünfundsiebzig Sportler des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf einhundertfünfzig ausländische Spitzensportler, darunter vierzehn olympische Medaillengewinner, fünf Weltmeister und sieben Europameister. Eingebunden ist die Veranstaltung erstmals in die Gruppe „World Challenge“, einer Serie mit vierzehn Veranstaltungen des Weltverbandes „International Association of Athletics Federations (IAAF)“. Angesichts der 46.512 Besucher handelte es sich nach Äußerung der TOP Sportmarketing Berlin GmbH um das „zuschauerstärkste Meeting der Welt“. Geschäftsführer Martin Seeber ergänzte: „Das ISTAF ist und bleibt in der Welt der internationalen Leichtathletik eines der wichtigsten Meetings. Es fasziniert nicht nur die Zuschauer, sondern ganz klar auch die internationalen Athleten.“
Zur Freude der Besucher verzeichneten in einigen Disziplinen einheimische Athleten achtbare Erfolge. Da ihre stärkste Konkurrentin, die Kroatin Blanka Vlašić, nicht zugegen war, vermochte keine andere Hochspringerin den Sieg Ariane Friedrichs aus Frankfurt am Main – sie übersprang die Marke von 1,97 m – in Frage zu stellen. Die Hammerwurfeuropameisterin Betty Heidler, eine weitere Frankfurterin, sicherte sich mit einer Weite von 75,35 m ebenfalls den ersten Platz. Bei den Speerwerferinnen stellte sich gar ein Doppelerfolg ein, denn Christina Obergföll aus Offenburg siegte mit einer Weite von 67,57 m vor ihrer Landsmännin Linda Stahl aus Leverkusen mit einer Weite von 61,82 m. Bei den Diskuswerfern hielt der Weltmeister Robert Harting aus Berlin über sechs Würfe die Spannung, bis er sich am Ende mit einer Weite von 68,24 m deutlich von seinen Konkurrenten absetzen konnte. Der Weitsprungeuropameister Christian Reif aus Ludwigshafen sicherte sich noch den ersten Platz mit einer Weite von 8,06 m. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete zweifelsohne der neue Weltrekord bei den 800 m-Läufern; David Lekuta Rudisha aus Kenia unterbot die seit dem Jahre 1997 bestehende Weltrekordzeit des Dänen Wilson Kipketer von 1:41.11 min mit einer Zeit von 1:41.09 min.
Auch vielversprechende Aufsteiger waren unter den agierenden Sportlern zu finden. Die aus Berlin stammende Mittelstreckenläuferin Janin Lindenberg hatte vor kurzem über die 400 m-Strecke ihren ersten Titel als Deutsche Meisterin geholt; bei den Europameisterschaften in Barcelona hatte sie zusammen mit Esther Cremer, Claudia Hoffmann und Fabienne Kohlmann den zweiten Platz des 4 x 400 m-Staffellaufes erreicht. Nunmehr erreichte sie den siebten Platz mit einer persönlichen Bestzeit von 52.20 s. Betrüblich wurde es einmal, als ein Hochspringer aus Verärgerung über sein Versagen einen Kampfrichter mit einem Stoffetzen bewarf und seinen Stab zu Boden schmetterte. Als übrigens ein Oboist der Berliner Philharmoniker die Hymne der Bundesrepublik Deutschland zur Eröffnung spielte, war Gesang kaum zu vernehmen; es herrschte eher andächtiges Schweigen. Nationale Begeisterung sieht wohl anders aus. Insgesamt tat dies der vierstündigen guten Stimmung bei Athleten und Besuchern keinen Abbruch.
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