Rechtsextremer Stadtrat in München Erst Hitlergruß jetzt Schulpropaganda

von Martina Plötz - 08.12.2009
Erst hob er bei seiner Vereidigung zum ehrenamtlichen Stadtrat von München die Hand zum Hitlergruß, jetzt verschickte er als Stadtrat Nazi-Propaganda an Münchner Schulen. Der NPD Stadtrat Karl Richter provoziert mit der Leugnung des Holocausts – offensichtlich ohne rechtliche Sanktionen fürchten zu müssen.

Über eine Tarnliste schaffte es der NPD Funktionär Richter 2008 in den Münchner Stadtrat, den er seitdem mit ausländerfeindlichen Anträgen überschwemmt. Zwar berichtet die Münchner Presse nicht über seine perfide formulierten Anträge (Wie hygienisch sind Münchner Dönerbuden wirklich?), aber der Nazi-Stadtrat kennt beim Thema Provokation keine Grenzen. Erst zeigte er bei der Vereidigung zum Münchner Rat den Hitlergruß, kassierte dafür eine Geldstrafe und musste den Eid wiederholen, jetzt verschickte er an die Schülermitverwaltungen Nazi-Propagandamaterial.

 

Überprüfung „alternativer Sichtweisen auf die jüngere deutsche Geschichte“

 
Die neutral gestalteten Briefe gingen direkt an die Schülersprecher von Realschulen und Gymnasien in München und hatten als Beilage das Pamphlet des Holocaust-Leugners Victor Suworow „Volk in Bewegung – Wer war Schuld am II. Weltkrieg“. Im Anschreiben fordert Karl Richter die Schüler zu einer Überprüfung „alternativer Sichtweisen auf die jüngere deutsche Geschichte“ auf, der „gerade an weiterführenden Schulen mehr Raum“ gegeben werden müsse.
 
Die Münchner Staatsanwaltschaft überprüft das Material derzeit auf strafbare Inhalte, allerdings gehe man davon aus, dass der Nazi „sehr ordentlich“ vorgegangen sei und ihm eine Straftat nicht nachzuweisen sei. Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats möchte Sanktionen gegen den NPD-Funktionär nicht ausschließen, da Richter gegen das Verbot von politischer Werbung an Schulen verstoßen habe. Das Münchner Schulreferat nimmt die Nazi-Propaganda zum Anlass und informiert die Münchner Schülerinnen und Schüler über die rechtsextreme Partei Richters. Die Stadt mache damit deutlich, „wer Karl Richter ist, und dass Neonazis versuchen, Zeitgeschichte zu verfälschen“. Und wenn der Falle eine gute Seite hat, dann die, dass wieder über Neonazis diskutiert und aufgeklärt wird.

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Channel: Inland  
Bundesland: Bayern  
AutorIn: Martina Plötz  

Richter verschickt "Nazi-Propaganda"

Bild von Anonymous

Ich staune immer wieder auf die vereinfachte Darstellung auf der linken Seite. Wie wärs, wenn der Leser etwas genauer zum Inhalt der sog. "Nazi-Propaganda" informiert würde. Worin liegt denn die zelebrierte Empörung eigentlich begründet?

Daß Suworow den Holocaust leugnet ist mir gänzlich neu. Stimmt das, oder gehts ohne Verquickung mit diesem Lieblingsvorwurf nicht mehr, meine Damen und Herren Genossen und Genossinnen?

Beste Grüße
Böhmer

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