Aktive Arbeit im Wahlkreis Ein Projekt mit Zukunft – „Junger Rat für Mast“

von Mathias Ostertag - 16.08.2010

Die Evangelischen Akademien haben ein großes Interesse an diesem Projekt. Es wurde bereits in Locchum und in Arnoldshain (Hessen) vorgestellt. Am 18. Oktober 2010 ist Katja Mast mit ihrem Team in Bad Boll, um das Projekt vorzustellen. Thema: „Beteiligung neu denken – das unterschätzte Wissen der Vielen“.

Die Pforzheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast geht in Schulen, um sich Rat von Schülern zu holen. Das Projekt geht dieses Jahr in die fünfte Runde.

„Ich habe mich für Politik eigentlich gar nicht interessiert. Durch „Junger Rat für Mast“ habe ich angefangen, mich für Politik zu interessieren. Jetzt schaue ich Nachrichten und lese manchmal Zeitung“, sagt die Schülerin Sherrylynn Fischer.

Die Bundestagsabgeordnete Mast hat durch ihr Projekt „Junger Rat für Mast“ erreicht, dass vormals politikdesinteressierte Schüler wie Sherrylynn sich mit Politik und Demokratie beschäftigen. Das Ziel, „neue Formen der Begegnung, neue Formen des Dialogs, neue Formen der politischen Auseinandersetzung zu schaffen“, kommt bei den Schülern an: „Der Schlüssel ist das Hingehen in die Schule, das Zuhören und das Ernstnehmen. Wir ermutigen die jungen Menschen, sich in Parteien zu engagieren oder für einen Gemeinderat zu kandidieren.“

Politikverdrossenheit nicht hinnehmen

Mast sieht das Projekt als wichtigen Schritt, Politikverdrossenheit bei Jugendlichen nicht einfach hinzunehmen. Den jungen Leuten, die sie in den Schulklassen trifft, sei eine Politikverdrossenheit jedenfalls nicht anzumerken: „Diesen Vorwurf an die jungen Leute, 'die sind politikverdrossen, die wollen nicht', kann ich aus meiner Arbeit nicht bestätigen. Es wird nicht nur breit politisch nachgefragt, sondern auch meine Abgeordnetenarbeit hinterfragt.“

Damit das Projekt Erfolg hat, ist die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Baden-Württemberg im Bundestag auf die Mitarbeit der Lehrer angewiesen. Diese bewerben sich für das Projekt, erarbeiten zusammen mit Masts Wahlkreisteam konkrete Ziele und bereiten die Besuche der Abgeordneten vor. Es sei wichtig, dass die Lehrer eine Vertrauensposition bei ihren Schülern haben: „Allein, dass der Lehrer sich bewirbt, zeigt schon, dass er Lust hat, sich auf etwas Neues einzulassen und seinen Schülern einen anderen Unterricht präsentiert. Wir haben sehr engagierte Lehrer, die sich sehr viel Mühe geben.“ 

Kürzlich habe sie einen Lehrer getroffen, der vor fünf Jahren als einer der ersten mit seiner Klasse an „Junger Rat für Mast“ teilgenommen habe. Dieser habe erzählt, dass man den Abiturienten das gestiegene Interesse an Politik anmerke. Diese würden eigenständig Zeitung lesen, um mitzuverfolgen, was in der Welt passiert: „Ich finde, dass Politik junge Menschen begeistern muss, für die Demokratie gewinnen muss und mehr Dialog braucht. Mehr Dialog heißt aber auch: Jugendliche für neue Wege der Politik zu begeistern“, sagt Mast. 

Demokratie ist nicht von der Schulform abhängig

Das Projekt ist nicht auf bestimmte Schultypen beschränkt, d.h. es können sich Klassen aller Jahrgangsstufen, egal welcher Schulform, bewerben: „Ich bin überzeugt davon, dass, wenn ich junge Menschen von Demokratie begeistern und überzeugen will, dies nichts mit der Schulform zu tun haben sollte.“

Daher ergriff Katja Mast selbst die Initiative, als in den ersten zwei Jahren von Seiten der angeschriebenen Hauptschulen in ihrem Wahlkreis keine Rückmeldungen kamen. „Wir haben deshalb nicht nur die Schulleiter angeschrieben, sondern sind auch mit Bürgermeistern und SPD-Ortsvereinen in Kontakt getreten. “

Ratschläge der Schüler werden dann auch in die Tat umgesetzt. Schüler einer besuchten Klasse hätten angemerkt, dass für eine lebendigere Internetseite mehr Fotos oder animierte Effekte wie etwa Videobotschaften gut ankommen: „Diesen Ratschlag haben wir übernommen und arbeiten daran, unsere Homepage zu überarbeiten. Diese wird dann im September in neuem Look erscheinen.“

Nachahmen erwünscht

Inzwischen greifen auch andere SPD-Bundestagsabgeordnete das erfolgreiche Projekt auf. So habe Kerstin Tack aus Hannover ein ähnliches Konzept entwickelt und auch der Fraktionskollege Lothar Binding aus Heidelberg versuche das Projekt umzusetzen: „Nachahmen ist erwünscht, wir stellen unser Know-How zur Verfügung, da wir in unseren fünf Jahren Erfahrungen gesammelt haben.“ 

„Junger Rat für Mast“ – ein Erfolgsprojekt gegen Politikverdrossenheit. Ihre Frage, ob sie das Projekt weiter fortführen solle, wird stets bejaht. Ihr persönliches Anliegen trägt sie dabei im Gegenzug an die Schüler heran: „Meine Schlussbotschaft in jeder Klasse ist: Egal was ihr macht, egal was ihr tut: Wenn ihr wählen dürft, geht wählen! Denn es ist die erste Form der Demokratie.“

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter dem Link: "Junger Rat für Mast"

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Channel: Bildung  
Bundesland: Baden-Württemberg  

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