Zukunft der SPD Die SPD vor dem Parteitag

von Susanne Dohrn - 11.11.2009

SPD Bundesparteitag in Dresden vom 13. bis 15. November 2009

 

Freitag, 13. November

08.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst
09.30 Uhr Konstituierung und Eröffnung
Wahl des Parteitagspräsidiums
Beschluss über die Geschäftsordnung
Beschluss über die Behandlung von satzungsändernden Anträgen
Beschluss über die Tagesordnung

Wahl der Mandatsprüfungs- und Zählkommission
10.00 Uhr Rechenschaftsberichte
Rede des Parteivorsitzenden
Aussprache
Bericht der Mandatsprüfungs- und Zählkommission
Rede des Kandidaten für den Parteivorsitz
Aussprache
Satzungsändernde Anträge
Wahl der/des Parteivorsitzenden
Wahlen der stellvertretenden Parteivorsitzenden
Wahl des/der Generalsekretärs/Generalsekretärin
Wahl des/der Schatzmeisters/Schatzmeisterin
Wahl des/der Europabeauftragten
20.00 Uhr Unterbrechung des Parteitages (Parteiabend)

Samstag, 14. November

09.00 Uhr Wahl der Mitglieder des Parteivorstandes
Rede des Fraktionsvorsitzenden
Aussprache
Wahl der Kontrollkommission
Wahl der Bundesschiedskommission
Leitantrag
Antragsberatung
22.00 Uhr Unterbrechung des Parteitages

Sonntag, 15. November

09.00 Uhr Weiterführung Antragsberatung
Verleihung des Wilhelm-Dröscher-Preises
Rede Erhard Eppler (50 Jahre Godesberger Parteitag)
16.00 Uhr Abschlussrede Parteivorsitzender
 

Die vorläufige Tagesordnung/Materialien und Anträge finden Sie unter http://www.spd.de/de/politik/Bundesparteitag/Tagesordnung/index.html

Es war gleichzeitig Hubertus Heils letztes und sein erstes Pressegespräch: sein letztes als SPD-Generalsekretär und sein erstes als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Im Vorfeld des SPD-Parteitages machte er klar: Die SPD ist eine Gemeinwohlpartei. Sie hat das Ziel, ihren Anspruch als linke Volkspartei zu erneuern. Heil: „Die SPD muss pragmatisch und visionär sein.“

Der Prozess der Erneuerung wird nicht einfach sein. Davon ist der Noch-Generalsekretär überzeugt. Die SPD habe bei der Bundestagswahl in alle Richtungen verloren, zu den Grünen ebenso wie zur FDP, zu den Linken ebenso wie zu den Piraten und zu den Nichtwählern. Sie habe auch das linksliberale Bürgertum in den großen Städten verloren. Daraus schließt er: Es gebe weder ein bis zwei Symbolthemen als Ursache, wie Rente mit 67 oder Hartz IV. Noch ein Weg damit als einfache Lösung: Heil: „Die SPD muss wieder vermitteln, dass sie Lösungen für den Alltag von Menschen hat.“

Abstiegsängste nicht wahrgenommen

Die Versäumnisse formuliert er klipp und klar: Die SPD habe die sozialen Abstiegsängste in der Arbeitnehmerschaft nicht ausreichend wahrgenommen, das Problem der gebrochenen Lebensläufe und die Angst vor Altersarmut, die er als wirkliche Ursache der Ablehnung der Rente mit 67 sieht. Heil lässt keinen Zweifel daran, dass er ein Befürworter der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe ist: „Ohne die stünde das Land heute schlechter da.“ Doch die Klagewelle vor den Sozialgerichten im Zusammenhang mit Hartz IV gibt ihm zu denken. Offensichtlich sei das Gesetz nicht genau genug formuliert gewesen. Und er räumt alte Versäumnisse ein: „Die SPD hat sich vor 1998 nicht ausreichend mit der veränderten Realität auseinander gesetzt. Das hat uns nach 98 eingeholt.“

All das müsse inhaltlich aufgearbeitet werden. Zudem müsse die innerparteiliche Willensbildung wieder in Gang gesetzt werden. Der Parteitag sei dafür der Beginn. Heil: „Die SPD war immer dafür die Realitäten anzunehmen, aber sich nicht damit abzufinden.“
 

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Zustand der SPD

Bild von Horst Mueller

Für alle die es in der SPD immer noch nich begriffen haben:
die Partei hat ihre Wähler verraten! Und solange sie das nicht einsieht, ist sie Überflüssig. Wie kann ein Mann der CDU, Rüttgers, sich mehr für die Schwachen einsetzen als die Führungsriege der SPD? Da stimmt doch was nicht!

Die Lage der Nation

Bild von Robins

Lt. OECD, Revenue Statistics 2007 zeigt sich folgendes Bild.
(Die Grafik dazu ist so gruselig, die Zahlen sind da erträglicher)
Einnahmen des States aus der Besteuerung von Vermögen im Jahre 2006 (prozentual zm BIP)
Deutschland liegt mit 0,9 Prozent am unteren Ende nur noch unterboten von Tschechien, Slowakei, Östrreich und Ungarn. Vor uns liegen Portugal, Finnland, Polen, Griechenland, Schweden Dänemark, Niederlande, Neuseeland, Italien, EU15 mit 2,3%, Belgien, Schweiz, Japan, Australien, Irland, USA mit 3,2 Prozent, Spanien, Luxemburg, Kanada 3,4%, Frankreich 3,5% und das Vereinigte Königreich liegt bei 4,6%

Und auch noch das!

Dass der deutsche Staat alles andere als üppig mit finanziellen Mitteln ausgestattet ist, zeigt sich auch, wenn man einmal seine wichtigste Kostenkomponente, die Personalausgaben, betrachtet. In der öffentlichen Diskussion herrscht der Eindruck, dass es bei uns viel zu viel Beamte und öffentliche Arbeiter und Angestellte gibt, die deshalb den ganzen Tag kaum etwas Vernünftiges zu tun haben. Ein Blick auf die Entwicklung des Personalstandes von Bund, Ländern und Gemeinden zeigt jedoch, dass sich dort in den beiden letzten Jahrzehnten ein Menge verändert hat. Von 1991 bis 2007 sind 1,8 Millionen Vollzeitarbeitsplätze im ÖD gestrichen worden. Das entspricht einem Personalabbau von 42 Prozent; bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden ist sogar jeder zweite Arbeitsplatz entfallen. Die zusätzlichen rund 2500 000 Teilzeitjobs sind hierfür nur ein sehr kleiner Ausgleich. Selbst wenn der öffentliche Dienst im Jahr 1991 deutlich überbesetzt gewesen sein mag, nach dieser Schrumpfkur dürften die größten Ineffizienzen beseitigt worden sein. Dass der deutsche Staat in dieser Hinsicht kein grundlegendes Problem aufweist, zeigt sich auch im Benchmarking mit anderen Ländern. Die öffentlichen Personalausgaben belaufen sich in Deutschland im Jahr 2008 auf 6,8 Prozent des BIP.
KEIN anderes vergleichbares Land gibt so wenig Geld für sein Personal im öffentlichen Dienst aus.
Personalausgaben des Staates prozentual zum BIP im Jahre 2008
Deutschland an letzter Stelle 6,4%
Davor in aufsteigender Reihenfolge:
Lux, Austria, Niederlande, USA 9,9%, Irland, Spanien, GB, Italien, Griechenland, Belgien 11,9%, Portugal, Frankreich, Finnland, Schweden, Dänemark 16,3%
Quelle: European Economy, Statistical Annex, Spring 2008
- by the way: Die Dänen sind mit ihrer Demokratie am zufriedensten 93%, Deutschand liegt bei 54%
Quelle destatis Datenreport 2008, S 401

In den letzten Jahren beim ÖD nur 0- und Minusrunden und dann auch noch dies:
Steuerminus 2009 2,6 MRD große Aufregung
HRE erhält zum gleichen Zeitpunkt 3MRD - davon wird kaum Notiz genommen.

SO SCHAUTS AUS IN UNSEREM LAND - DIE BILANZ DER BISHERIGEN POLITIK IST DESASTRÖS!!!

Man tappt als noch im

Bild von Markus

Man tappt als noch im Dunkeln bei den Genosssen, wie es in Zukunft weitergehen soll mit der SPD, und scheint zu meinen, sich mit einigen kleineren Korrekturen durchmogeln zu können.

Wahrscheinlich wäre es aber doch besser, offen Tacheles zu reden, wenn man denn wieder linke Volkspartei werden möchte. Vielleicht hat man sich inzwischen aber schon eingerichtet, lediglich eine mittelgroße Mehrheitsbeschafferpartei zu sein.

Kommentar Interview mit Sigmar Gabriel "Neuanfang Dresden"

Bild von Gabriela Linden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ihnen heute einen Kommentar zu dem Interview von Sigmar Gabriel "Neuanfang Dresden" zukommen lassen. Mir ist dabei ein Fehler unterlaufen. Die Wahlbeteiligung in der Ortsgemeinde Temmels betrug bei der Gemeinderatswahl 2009 71,9% und nicht, wie beschrieben, 80,5%. Hierbei entfielen 80,5% der Stimmen auf die SPD. Ich bitte Sie höflichst, das zu korrigieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriela Linden

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