Gastbeitrag von Marc Breidbach Die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer?

von Marc Breidbach - 30.07.2009

Marc Breidbach ist 32 Jahre alt und interessiert sich für Politik, Public Relations und Social Media. Er ist Autor der parteiunabhängigen, privaten Initiative Wahlschlepper. Die Initative will im Netz die Problematik der sinkenden Wahlbeteiligung und sogenannten Wahlmüdigkeit in Deutschland aufgreifen.

Sie steht wieder an, wie alle 4 Jahre, die berühmt berüchtigte Bundestagswahl. Der Wahlkampf beginnt, Parteien buhlen um Wählerstimmen. Aber erreichen sie den Wähler überhaupt noch?

„Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.“
Hippolyte Taine, (1828 - 1893), französischer Philosoph, Historiker und Schriftsteller

Die Zahl der Nichtwähler steigt stetig an. Gründe finden sie genug: das Wetter, die Politiker machen eh was sie wollen, fühle mich von keiner Partei vertreten, Politiker und Parteien handeln nach dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“, usw.

Bild: Wahlschlepper.net

Es gibt also viele Gründe, nicht wählen zu gehen. Was aber spricht nun dafür?

1.) Zunächst einmal sind Wahlen ein demokratisches Grundrecht. Viele Länder auf der Welt beneiden uns dafür. Die Wahl zu haben ist also nicht selbstverständlich.

2.) Wahlen sind wichtig, um die politische Landschaft zu gestalten. Wir bestimmen durch unser Kreuz das politische und gesellschaftliche Leben in unserem Land. Durch nicht wählen zeigen wir nur, dass wir zufrieden sind mit der Politik die für uns gemacht wird.

3.) Das Argument „ich fühle mich von keiner Partei vertreten“ zählt nicht. Auch im Privatleben macht man täglich Kompromisse. Nicht anders ist dies bei der Wahl. Auch hier muss man Kompromisse eingehen. Denn es ist wahr, keine Partei wird einen zu 100 Prozent zufrieden stellen können. Eine Alternative ist, eine eigene Partei zu gründen.

4.) Je geringer die Wahlbeteiligung ist, desto höher werden die Stimmen für links- und rechtsradikale Parteien gewertet. Dies muss verhindert werden!

5.) Wer nicht wählen geht, pfeift auf die Gestaltung seiner Zukunft! Gesetze bestimmen unseren Tagesablauf. Auch hierauf kann man durch Wahlen Einfluss nehmen.

Es gibt sicherlich noch viel mehr und bessere Gründe wählen zugehen. Auch tummeln sich im Netz sehr viele Initiativen, die sich mit dem Thema „Wahlen“ auseinander setzen.

Ich möchte an dieser Stelle nur auf einige wenige hinweisen die ich persönlich für hilfreich halte:

Die Wahlschlepper: „Wir klingeln nicht an Haustüren, aber wir sind da. Wir sind ein kleiner Haufen, aber wir werden mehr. Wir wollen keine politischen Parteien oder Richtungen unterstützen. Wir wollen auf unser allgemeines Wahlrecht aufmerksam machen und wir wollen wissen, warum Leute zur Wahl gehen, oder eben nicht.“

Politik Digital: „Auf politik-digital.de werden fast täglich neue Artikel zum Thema „politische Kommunikation und neue Medien" angeboten.“

Wahl.de: „wahl.de misst und bewertet die Online-Aktivität von Parteien und Politikern. Täglich zeigen wir die aktivsten und erfolgreichsten politischen Akteure.“

„Wahltag. Kreuz die gewünschte Art deines Lebens an.“
Manfred Hinrich, (*1926), Dr. phil., deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller
 

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Channel: Inland  
AutorIn: Marc Breidbach  

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