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Wolfgang Roth war 1969 bis 1972 stellvertretender und von 1972 bis 1974 Bundesvorsitzender. Er war Mitglied im Parteivorstand der SPD und arbeitete viele Jahre als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg.
Es ist vierzig Jahre her. Es war die wohl eklatanteste Veränderung innerhalb der SPD nach 1945, wenn man die geistige Revolution des Godesberger Programms ausklammert, die alles in der Nachkriegsgeschichte der SPD an Bedeutung übertraf. Was war geschehen ? Die Jugendorganisation der SPD, „Die Jungsozialisten“, war lange Jahre eine Funktionärsorganisation, die nach innen gerichtet Partei – und Bundesjungendplanmittel verwaltete.
Sicherlich: Es war ein Verein von Gutwilligen und durchaus mit politischen Talenten, aber weit weg von der Studenten-Jugendbewegung, die sich nach 1965 weltweit ausbreitete. Im Grunde war der Auslöser des Jugendprotestes der Vietnamkrieg und in Deutschland die vergessene Auseinandersetzung mit der Nazi-Zeit und die erstarrte späte Adenauer Ära. Bei beiden Themen war die SPD nicht sehr offen für die Diskussionen, zumal seit 1966 eine große Koalition regierte.
Eine Fehleinschätzung führt zu einem falschen Urteil. Die führenden künftigen Jungsozialisten waren keine APO-Führer, die in die SPD drängten. Die Sache war umgekehrt. Es waren Mitglieder der SPD, in der Regel Anfang der sechziger Jahres eingetreten, die unter der öden mangelnden Offenheit und der pragmatischen Langeweile der SPD litten.
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Eine Öffnung zur Achtundsechziger Jugendbewegung war angesagt. Niemals zuvor und später gab es so viele Parteieintritte von Jungen Leuten. Aber: Die Behandlung der Vorgänger und vieler älterer Sozialdemokraten war nicht zimperlich. So wurde der bisherige Vorsitzende abgewählt, obgleich er zurückgetreten war. Man wollte also – sicher menschlich unschön – die Änderung auch persönlich exekutieren. Die Leidenschaft hatte alle Delegierte erfasst.
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