Ulla Meinecke: Ungerecht wie die Liebe
Veröffentlichung: 12. März 2010
Buch: 12,95 Euro
CD: 23,99 Euro
Deluxe Edition: 27,95 Euro
ISBN: 9783941378667
Verlag: Edel:Books
Die Literatur ist wohl eine eher spät entdeckte Leidenschaft der Chansonnette Ulla Meinecke, denn nach einer weit zurückreichenden Musikkarriere machte sie erst in den letzten Jahren als herausragende Autorin auf sich aufmerksam. Nach ihrem letzten Erzählband „Willkommen in Teufels Küche“ aus dem Jahr 2007 tritt Meinecke nun erneut mit einer Sammlung von kurzweiligen, doch tiefsinnigen Geschichten in Erscheinung.
Doch mit ihrem nunmehr dritten Erzählband wendet sich die „Hardcore-Romantikerin“ nicht nur an die interessierte Leserschaft der Republik, sondern auch die geneigte Zuhörerschaft wird bedacht, denn „Ungerecht wie die Liebe“ erscheint zugleich als Printprodukt sowie als Hörbuch. Hierin liest Ulla Meinecke drei Geschichten aus ihrem aktuellen Erzählband und stellt damit nach der Hörbuchproduktion von „Die Abenteuer von Tom Sawyer“ aus dem Jahr 2003, bei der sie sämtliche Stimmen selbst einsprach, ihre einzigartige Ausdrucksstärke erneut unter Beweis.
Einziger Wermutstropfen dieses ebenso aufwendig wie liebevoll produzierten Albums ist allerdings ausgerechnet der musikalische Querschnitt durch das jahrzehntelange Schaffen Meineckes. Abgesehen von zwei zusätzlichen Titeln handelt es sich bei der dem Hörbuch beigefügten CD um eine Wiederveröffentlichung von „Im Augenblick“, ein Sammelalbum, das bereits vor fünf Jahren erschien. Hierauf sind Meineckes größten Hits vereint, die sie zwischen 1983 und 2002 veröffentlichte. Nicht nur der Meinecke-Fan kann sich also über eine solide Sammlung von vielseitigen Liedern wie „Die Tänzerin“, „Schlendern ist Luxus“ und „Lieb ich dich zu leise“ freuen. Doch die Schwächen von „Im Augenblick“ sind leider offenkundig: Weder wurden bei der Liederzusammenstellung Meineckes frühe Hits wie „Zu fett für’s Ballett“ und „Rücken zur Wand“ beachtet, noch wurden die seltenen, doch herausragenden Gastauftritte der Sängerin berücksichtigt, allen voran die großartige Interpretation von Udo Lindenbergs Klassiker „Nichts haut einen Seemann um“.
Und so ist das Hauptaugenmerk dieses genussvollen Spaziergangs durch Meineckes Schaffen eindeutig auf ihr schriftstellerisches Talent gerichtet. Doch das sollte nicht vor „Ungerecht wie die Liebe“ zurückschrecken – es ist Ulla Meinecke, was braucht es der Worte mehr?
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