Ein Kommentar von Dietrich Jörn Weder Die „Rentengarantie“ – eine gute Sache!

von Dietrich Jörn Weder - 05.08.2010
Die vom damaligen Arbeitsminister Olaf Scholz vorgeschlagene und in der Großen Koalition beschlossene Rentenschutzklausel ist und bleibt eine gute Sache. Der Verzicht auf Rentenkürzungen stützt Konsum und Konjunktur in einer heiklen Phase und nimmt Rentnern die Angst, in eine Abwärtsspirale sinkender Einkommen zu geraten.

Die Rentengarantie schützt die 20 Millionen Bezieher gesetzlicher Renten aber nicht vor einem Verlust an realer Kaufkraft und sie bevorzugt die Ruheständler auch nicht dauerhaft gegenüber den Berufstätigen.

Teuerung überholt Rentenanpassung

Seit 1995 blieben die jährlichen Rentenanpassungen in den alten Bundesländern zumeist hinter dem Anstieg der Verbraucherpreise zurück. Mit dem Ergebnis, dass die Kaufkraft der Rentenempfänger im Westteil der Republik seitdem um rund acht Prozent geschrumpft ist. Die Lastenverschiebungen in der Kranken- und Pflegeversicherung seit Anfang des Jahrzehntes mindern die tatsächlichen Rentenauszahlungen um weitere zwei Prozent.

Hätte man die Entwicklung der Löhne und verschiedene andere Faktoren der Rentenanpassungsformel zum 1. Juli 2010 voll auf die Rentenberechnung durchschlagen lassen, würden den gesetzlich Versicherten zum Monatsende noch einmal 2,1 Prozent weniger auf ihre Konten überwiesen. Die Schockreaktion der Betroffenen auf  diese erste dann auch nominelle Rentenkürzung seit Jahrzehnten mag man sich gar nicht ausmalen.

Drei Schutzriegel gegen die Krise

Die Rentenschutzklausel, die befristete Auto-Verschrottungsprämie und die Erleichterung einer verlängerten Kurzarbeit wurden noch von der Großen Koalition beschlossen. Alle drei wurden von marktliberalen Kommentatoren und Politikern als prinzipienlose Fehlentscheidungen verunglimpft. Tatsächlich aber helfen alle drei der Bundesrepublik über die größte Wirtschafts-  und Finanzkrise der Nachkriegszeit hinweg.

Die Automobilunternehmen sind nach dem Wegfall der Förderung nicht, wie geunkt wurde, in ein Absatzloch gefallen. Sie machen im Gegenteil dank  des Auslands wieder glänzende Geschäfte. Die Industriefirmen, die ihre Stammbelegschaft mit Kurzarbeit gehalten haben und seit einigen Monaten den Aufwind anziehender Aufträge verspüren, können sich unverzüglich wieder an die Arbeit machen.

Den Alten wird nichts geschenkt

Und die Rentenschutzklausel ist „vernünftig und finanzierbar“ und geht nicht zu Lasten der Jüngeren, wie Olaf Scholz zu der von Bundeswirtschaftsminister  Brüderle leichtfertig vom Zaun gebrochenen Garantiedebatte richtig angemerkt hat. Denn künftige, durch die Lohnentwicklung an sich vorgegebene Rentenerhöhungen werden solange halbiert, bis die jetzt unterbliebene Kürzung ausgeglichen ist. Den Alten wird da nichts geschenkt, um das die Jungen sie beneiden müssten.

Langes Warten auf mehr Binnenkaufkraft

Woran es Berufstätigen und Ruheständlern aber beiden seit Jahren mangelt, sind normale Lohnerhöhungen, die zumindest den Anstieg der Produktivität und der Preise ausgleichen und von denen dann beide profitieren würden. Hätte es diese Erhöhungen gegeben, wäre das Problem einer nach der Rentenformel theoretisch nötigen Rentenkürzung gar nicht aufgetaucht, sagt der Wirtschaftssachverständige Professor Peter Bofinger.

Weil sich die Gewerkschaften in der Krise aus Angst vor Arbeitsplatzverlusten auf unüblich lange Tariflaufzeiten eingelassen haben, besteht aber diese für beide Teile unerquickliche Situation noch eine ganze Weile fort. Wenn den Ruheständlern nicht nur dieses, sondern auch in den beiden nächsten Jahren kein Cent oder bestenfalls nur Kleckerbeträge zugelegt werden, wird man von  Rentnerbegünstigung nicht mehr reden.

 

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Was lese ich da???

Bild von israel,johannes

Ich zitiere:
"Der Verzicht auf Rentenkürzungen stützt Konsum und Konjunktur in einer heiklen Phase und nimmt Rentnern die Angst, in eine Abwärtsspirale sinkender Einkommen zu geraten."

So etwas sagte Herr Gabriel?
Wo lebt dieser Genosse ?
In seinen eigenen Schlaraffenland.
Hurra, die Renten werden nicht mal gekürzt,Erhöhungen ausgeschlossen!
Inflation 3%,in 10 Jahren nur noch reale 70% uswusf.
Es lebe der wachsende, bleibende Konsum,Alötersarmut wird verhindert!
Nein, Genosse Sigmar, ihr wirschaftet uns ab,man könnte auch sagen,Ihr habt den Menschen abgeschrieben.
Auf zu neuen Investitionen in Maschinen.

Ich fordere füe Alle eine gesetzlich garantierte Mindesrente in Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommen von 1.100€,järliche Anpassung nach Lebenshaltungskostenindex.
Nicht finanzierbar???
Lieber Vorstand, fragt nach über die Finanzierungsmöglichkeiten!
Die Basis wird es Euch das Konzept dafür vorlegen.
Ohne Staatsverschuldung!!!
Sigmar, willst Du wieder gewählt werden oder willst schon in Ruhestand treten?
Wo Du über mich lesen kannst,und das Konzept anfordern könntest steht oben unter Homepage.
Gruß Johannes

Gemeint ist Olaf Scholz, nicht Gabriel

Bild von israel,johannes

Entschuldigt bitte meinen Schreibfehler.
Gruß Johannes

Rentengarantie etc.

Bild von dipe38

Sehr geehrte Damen und Herren, hier ein Beitrag über die Rentenpolitik - in der die SPD einen grossen Antei hat.

Die Rente ist gesichert
Geschrieben von
Jochen Hoff
Freitag, 6. August 2010
Kommentare (8) | Trackbacks (0)

Manchmal sind die Totholzmedien doch eine gute Quelle. So findet sich in den Leserbriefseiten der Mainpost ein Leserbrief von Roland Vogt. Leider war es nicht möglich, Herrn Vogt um Zustimmung zur kompletten Veröffentlichung auf Duckhome zu befragen, so dass unbedingt zu empfehlen ist, dass sich die Leser private Kopien des Textes anlegen, bevor er verschwindet.

Roland Vogt führt eine scharfe Klinge:
Die Rente ist gesichert auch ohne Garantie. Die Rentengarantie ist gar nicht von Nöten. Sobald der Staat die seit 53 Jahren geübte zweckfremde Verwendung von Rentenbeiträgen für Steuer relevante Kosten in Höhe von 652 Milliarden Euro zuzüglich möglicher Kapitalertrag von 971 Milliarden Euro erschließt ein Schuldpaket des Staates zu der Rentenkasse in Höhe von 1 Billion 623 Milliarden 583 Millionen Euro Stand 31.12.2008. Dem gegenüber steht eine magere Sicherheitsreserve von 16,2 MIA. EUR für angegebenen monatlichen Auszahlungsbedarf. Die Rentnergemeinschaft kann damit leben, dass jährlich mögliche 5 Prozent Kapitalertrag, nach unten abgerundet 81 Milliarden Euro, an die Rentenkasse abgeführt wird. Immerhin behaupteten unsere Mitarbeiter hier Bundestagsabgeordnete wie Herr Gabriel SPD, Herr Schiewerling CDU, Frau Bundeskanzlerin Merkel wissentlich wahrheitswidrig für 2007 78 MIA. EUR für 2008 80 MIA. EUR und für 2009 81 MIA. EUR aus dem Steuersäckel in die Rentenkasse eingezahlt werden mussten, damit die Renten ausgezahlt werden konnten. Dabei hatten die gesetzlich zwangsversicherten Erwerbstätigen ihren Vertrag "soviel Beitragszahlungen zu erwirtschaften resp. an die Rentenkasse abzuführen, dass der Auszahlungsbedarf für Rentnerinnen und Rentner gedeckt ist" mehr als erfüllt. Die Beitragszahlungen lt. Medienberichten waren für 2007 3,6 MIA. EUR – für 2008 15,4 und für 2009 200,2 MIO. EUR höher als die jeweiligen Auszahlungsbedarfe. Wozu bitteschön benötigte die Rentenkasse Zuzahlungen aus der Steuergeldkasse!?? Die Abfrage zu oben, insbesondere die Aufforderung zur Schuldtilgung, resp. Bezahlen von 5 Prozent möglichen Kapitalertrag berührt weder die Abgeordneten noch die Regierungsvertreter. Frau Merkel gibt auch angemahnte Erklärungen zu den angeblich eingezahlten Geldern keine Erwiderung. Die Milchmädchenrechnung: 1,652 Billionen Darlehenssumme verbleibt als Darlehen der Rentnerschaft an die gemeinen Steuerzahler. Daraus werden 5 Prozent Kapitalertrag von der Steuerkasse an die Rentenkasse abgeführt. Die Renten sind somit dauerhaft in Hinblick zu unseren Kindern und Enkel gesichert.

Duckhome kann die genannten Zahlen nicht nachvollziehen. Aber angesichts der ständigen Umlastung von Kosten der Gemeinschaft, auf Kosten der Arbeitnehmer, scheinen die Zahlen eher untertrieben. So zahlen alleine die Arbeitnehmer die Rentenkosten der Wiedervereinigung . Die Herrschaften vom Kapital die den Gewinn hatten, beteiligen sich wie immer nicht an den Kosten.

Die „Rentengarantie“ – eine gute Sache!

Bild von Anonymous

ist der Peer eigentlich noch Mitglied der SPD?

Der tönt doch laut im Fernsehen: Die Rentengarantie war ein Fehler!

Wie paßt das zusammen?

Fragen über Fragen bei der SPD. Da weiß die Führung nicht, wie die Basis denkt.

Gute Nacht liebe SPD

Klaus
(der immer noch von den Zeiten der "Vor-Schröder-Ära" träumt)

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