Hit im Netz

#Demosold: Jusos landen mit Fake-Antrag einen Volltreffer

Robert Kiesel19. Januar 2016
Demosold-Werbung der Jusos
Mit ihrer satirischen Kampagne für eine Erhöhung des Demo-Solds landeten die Jusos im Netz einen Volltreffer.
45 Euro Stundenlohn, kostenloser Bustransfer, organisiert vom „Antifa Reisen e.V.“ und der „Gewerkschaft antifaschister Berufsdemonstranten“: In rechten Kreisen sorgt ein Scherz der Jusos derzeit für Verwirrung und lange Gesichter.

Nachdem sich zunächst nur einzelne Kreisverbände der AfD ins Bockshorn hatten jagen lassen, zieht der vermeintliche Skandal um bezahlte Gegendemonstranten des „Antifa e.V.“ immer weitere Kreise. Im Internet werden die unter anderem auf vorwärts.de dazu veröffentlichten Beiträge tausendfach geklickt. Bei den Jusos steht das Telefon nicht mehr still, selbst die BILD-Zeitung hatte das Thema offenbar auf der Agenda.

So twitterte die Jusos-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann am Montag:

Ihr Sprecher Johannes Melcher ergänzte:

Zur Erinnerung: Die Jusos Sachsen-Anhalt hatten den nicht ganz ernst gemeinten Antrag auf eine Erhöhung des „Demo-Sold“ für Mitglieder der „Gewerkschaft antifaschistischer Berufsdemonstranten“ auf Seite 91 des Antragsbuchs für den Juso-Bundeskongress im November 2015 platziert. In der Begründung des Antrags heißt es dort, die Forderung nach einer „Lohnerhöhung für akkreditierte DemonstrantInnen wurde vom alliierten Kontrollrat auf seiner 2342. Sitzung empfohlen.“

Jusos-Fake zwingt „Compact“ zur Korrektur

Eine offensichtliche Satire-Aktion, die offensiv in rechten und verschwörungstheoretischen Kreisen populäre Gerüchte über „bezahlte Gegendemonstranten“ aufgreift. Nun mussten sogar in rechten Kreisen einflussreiche Medien einlenken. Das von Jürgen Elsässer herausgegebene Magazin „Compact“ räumte auf seiner Internetseite ein, auf einen „Fake“ hereingefallen zu sein. Die mit dem Slogan „Mut zur Wahrheit“ für ihr Heft werbenden Autoren hatten den vermeintlichen Beweis ihrer abstrusen These wohl allzu übermütig für bare Münze genommen.

Auch auf dem von Österreich aus betriebenem Blog HartGeld.com sorgte der Juso-Spaß für einigen Frust. Nachdem ein Link auf den Antrag der Jusos veröffentlicht und mit dem Kommentar „Das wird alles einmal in die grossen Medien kommen, damit wir sehen, wer die Hochverräter sind.WE. “ versehen wurde, ruderten die Autoren wenig später zurück. „Die entsprechenden Stellen wie Ministerium usw. existieren lt Google auch nicht“ hatte ein findiger Leser herausgefunden. Das „Antifaministerium“, eine Erfindung der Jusos, kaum zu glauben...

Jusos starten Demosold-Kampagne

Ihren Spaß an der Demosold-Geschichte hatten die Besucher der Facebook-Seite des vorwärts. Unter dem mit mehr als 120 likes versehenen Beitrag kommentierte der ein User namens Kalle Strucksberg „Wer das glaubt, glaubt auch an Neuschwabenland usw...“ Userin Lea Marie Mittelstaedt meinte: „Um gegen die AFD zu demonstrieren , muss man kein Geld geboten bekommen, da reicht ein wenig Verstand aus.“

Bei den Jusos wiederum ist die Lust auf Spaß an der Freude offenbar noch lange nicht gestillt. Auf Jusos.de erschien am Montag eine „Werbeanzeige“ unter dem Titel „Geld verdienen leicht & schnell“. Interessenten werden mit bis zu 500 Euro täglich gelockt. Die weiteren Vorzüge: sofortige Auszahlung, ohne Vorkenntnisse, garantiert steuerfrei. Darunter finden sich ausgewählte, selbstverständlich von routinierten Berufsdemonstranten verfasste „Erfahrungsberichte“. Nicht auszuschließen, dass die Kampagne von besonders ironiebefreiten Zeitgenossen mit Bewerbungen bedacht wird.

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Kommentare

DEMOS

Das Land Thüringen fördert Demonstrationen und Projekte gegen Rechts wie auch Gegendemos durch Fahrtkostenzuschüssen.

Weit weg von Bezahlung ist dies nicht mehr.

Wie sieht es eigentlich mit dem Antrag auf Aufhebung des Vermummungsverbots aus?

Sinnlos

Euer zurückrudern ist sinnlos! Jetzt soll es ein Fake sein, haha.

Juso- Spassantrag zum Demo-Sold

Die Jung-Sozis haben es nun schon nötig, mit übertreibender Satire die bekannte Wahrheit zu vertuschen, dass es bezahlte Demonstranten gibt. Da sie solche „Spassanträge“ sogar in ihrem Antragsbuch zum Bundeskonkress 2015 offiziell aufführen, werden sie generell unglaubwürdig. In einer parteirechtlichen Veranstaltung hat so etwas keinen Platz. Es verrät nur die interne Relevanz des Themas.
Das sollte nach hinten losgehen.
Einer rechten Partei würde Herr Diekmann so etwas nicht durchgehen lassen.

Achsooo ...

Jetzt is es also ein "Fake", aaalles klaaar ...