Auf einmal geht es ganz schnell. Erst war wochenlang in Bezug auf die Klimakonferenz in Kopenhagen nichts von den großen Industrienationen zu hören und nun geben sie täglich Angebote ab, den CO2-Ausstoß in ihrem Land zu senken. Nachdem am Mittwoch Amerikas Präsident Barack Obama ausrichten ließ, er werde am Klimagipfel teilnehmen, sagte heute auch Chinas Regierungschef Wen Jiabao zu.
Und er hat konkrete Reduktionsziele im Gepäck. So soll der CO2-Ausstoß im Verhältnis zu 2005 je Einheit des Bruttoinlandsprodukts um 40 bis 45 Prozent zurückgefahren werden. Das bedeutet, dass in China der Ausstoß klimaschädlicher Gase künftig nicht mehr so stark zulegen wie das Wirtschaftswachstum. Angesichts des erwarteten starken chinesischen Wirtschaftswachstums bedeutet die angestrebte Reduzierung in absoluten Zahlen zwar keine Verringerung, doch fällt der Anstieg dadurch wesentlich langsamer aus.
Angebot mit zwei Haken
Allerdings handele es sich bei der Vorgabe um eine freiwillige Aktion der Regierung und keine internationale Verpflichtung, wie der chinesische Staatsrat bei der Bekanntgabe der Daten erklärte. Die Verringerung soll mit Hilfe einer höheren Energieeffizienz, besserer Forschung und Entwicklung, einer sauberen Kohletechnologie sowie einer hochentwickelten Atomenergie erreicht werden.
Bei allem Optimismus warnen Kritiker, die chinesische Angebot nicht überzubewerten. Denn zum einen orientiert sich die Regierung nicht wie die EU am CO2-Ausstoß im Jahr 1990, der global geringer war und damit eine ambitioniertere Vergleichslinie ist. Zum anderen lässt der Vorschlag aus dem Reich der Mitte die Inflation außen vor. Bei einem Preisverfall dürfte demnach künftig sogar mehr verschmutzt werden.
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