Das Magazin „Stern“ hatte berichtet, die Bahn habe im großen Stil Mitarbeiter und deren Ehefrauen ausforschen lassen. Mehr als 1.000 Personen seien von der Bespitzelung betroffen, darunter ein Großteil des oberen Managements. Das Magazin beruft sich auf interne Auftragsunterlagen. In allen Fällen sei die Network Deutschland GmbH beauftragt gewesen, dieselbe Detektei, die auch bei der Telekom für Spitzeldienste eingesetzt worden sei.
Böhning: Mitarbeiter müssen besser geschützt werden
Der Bahnkonzern wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Vor allem der Versuch, Vorfälle bei der DB in eine Reihe mit Ereignissen bei den Unternehmen Lidl und Telekom zu stellen, sei „blühender Unsinn“, sagte Bahnsprecher Oliver Schumacher. Er räumte aber ein, dass es interne Untersuchungen gegeben habe, um Fälle von Wirtschaftskriminalität und Korruption aufzuklären. „Im Interesse aller ehrlichen Kunden, Steuerzahler und Mitarbeiter wird die DB AG im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften weiterhin mit aller Härte gegen solche Auswüchse vorgehen, die das Gemeinwohl massiv schädigen“, so der Bahnspreher.
„Die Deutsche Bahn ist in den letzten Wochen ganz klar auf Börsengang getrimmt worden statt auf eine zukunftsfähiges Unternehmen“, kritisierte Böhning, Sprecher des SPD-Forums Demokratische Linke 21. Er forderte Konsequenzen aus den jüngsten Abhörskandalen bei deutschen Unternehmen. „Der Datenschutz für Mitarbeiter muss insgesamt verbessert werden. Es muss ausgeschlossen werden, dass Mitarbeiter unter dem Deckmantel der Korruptionsermittlung ausspioniert werden.“
Update: auf der Webseite von Björn Böhning ist es möglich, die Forderung von Björn Böhning zu kommentieren.
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